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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Trump ist infiziert, Johnson will Brexit-Blockade lösen, Trumps Erkrankung drückt Aktien, EZB bewegt sich auf digitalen Euro zu, und Italien will Hilfsgelder sinnvoll verwenden. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Trump ist infiziert

Donald Trump, 74, und seine Ehefrau Melania befinden sich in Quarantäne, nachdem der US-Präsident per Twitter mitgeteilt hatte, dass sie positiv auf Covid-19 getestet worden seien. Nach Angaben von Scott Conley, Arzt des Weißen Hauses, kann Trump sein Amt “ohne Unterbrechung” weiter ausüben während seiner Genesung im Amtssitz des Präsidenten. Personen zwischen 65 und 74 Jahren haben ein 90mal höheres Risiko an Covid-19 zu sterben, als Patienten zwischen 18 und 29 Jahren. Etliche Wahlkampfveranstaltungen muss Trump nun ausfallen lasen, auch solche in den hart umkämpften Bundesstaaten. In Deutschland haben sich jüngst 2.626 Personen neu infiziert, die höchste Zahl seit dem 18. April. Die 4-Tage-Reproduktionszahl, die unter 1 liegen sollte, fiel hingegen auf 0,90.

Johnson will Brexit-Blockade lösen

Premierminister Boris Johnson wird zum ersten Mal seit Juni in die Brexit-Verhandlungen eingreifen, wenn er am Samstag Gespräche mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen führt. Da die finale Runde der vereinbarten Gespräche zwischen Großbritannien und der EU über ihre künftigen Beziehungen am Freitag enden soll - und nur begrenzte Fortschritte gemacht wurden - sollen bei dem Treffen die Einigungschancen ausgelotet werden. Johnsons Initiative wird in Brüssel als positiver Schritt nach vorne gesehen, das Pfund egalisierte frühere Verluste und stieg zum Dollar - was im Bloomberg Markets Live Blog als überzogener Optimismus angesehen wird. Goldman Sachs Asset Management wettet darauf, dass beide Seiten gegen Ende des Jahres einen “dünnen” Handelspakt schließen werden.

Trumps Erkrankung drückt Aktien

Die europäischen Aktien haben auf die Nachricht von der Erkrankung Trumps mit Verlusten reagiert. Trumps Diagnose trägt zu den düsteren Entwicklungen rund um das Virus bei, da sich die Großstädte wieder einmal zu Hotspots entwickeln. New York meldete die meisten neuen Fälle seit Mai, während London an einem “Kipppunkt“ mit weiter steigenden Infektionen steht. “Die Marktstimmung vor der Wahl im November war bereits fein ausbalanciert, und die heutige Nachricht trägt nur noch mehr zur Unsicherheit bei”, sagte Karen Ward von J.P. Morgan Asset Management. In Deutschland schwankten Grenke nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen und einem Handelsblatt-Bericht über Untersuchungen der Zoll-Spezialeinheit FIU. TUI verloren angesichts einer möglichen Kapitalerhöhung.

EZB bewegt sich auf digitalen Euro zu

Aufgeschreckt durch drohende private und öffentliche Digitalgeldkonkurrenz bewegt sich die EZB in Richtung einer digitalen Version des Euro. Diesen will sie ab diesem Monat testen und den Prozess mit einer öffentlichen Konsultation begleiten. “Unsere Aufgabe ist es, das Vertrauen in unsere Währung zu sichern”, teilte Präsidentin Christine Lagarde anlässlich der Veröffentlichung eines Taskforce-Berichts zum Thema mit. “Wir sollten darauf vorbereitet sein, einen digitalen Euro einzuführen, sollte dies erforderlich werden”. Dieser würde das Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Die EZB nannte “die Einführung eines weltweiten privaten Zahlungsmittels, das aus regulatorischer Sicht bedenklich und mit Risiken für die Finanzstabilität und den Verbraucherschutz verbunden sein könnte”, als einen Grund für ihr Vorgehen.

Italien will Hilfsgelder sinnvoll verwenden

Die italienische Regierung tritt Befürchtungen entgegen, dass die ab nächstem Jahr zur Verfügung stehenden EU-Geldgeschenke und -Kredite wirkungslos im italienischen Stiefel versickern könnten. Das Geld aus dem Hilfsfonds werde die Wirtschaft von ihrer chronischen Wachstumsschwäche kurieren, wenn es gezielt eingesetzt werde, so der für die Industriepolitik zuständige Minister. “Wir müssen die Kraft haben, es nicht stückchenweise zu verteilen, sondern es dort zu konzentrieren, wo es am wirksamsten ist”, sagte Wirtschaftsminister Stefano Patuanelli in einem Interview in Rom. Italien wird der größte Nutznießer des EU-Hilfsfonds sein und könnte bis zu 209 Milliarden Euro erhalten. Sein Ministerium arbeite daran, Projekte und Sektoren zu identifizieren und fokussiere sich auf Infrastruktur, Digitalisierung und den grünen Umbau der Wirtschaft, so Patuanelli.

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