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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Für Sewing geht Turnaround vor M&A, Corona-Ansteckungen in Deutschland verdoppelt, europäische Aktien verlieren, EuGH setzt Schnüffelei Grenzen, und Banker haben laut einem Cum-Ex-Profiteur ‘keine Moral’. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Für Sewing geht Turnaround vor M&A

Die Deutsche Bank schließt nach den Worten ihres Vorstandschefs eine Übernahme bereits im nächsten Jahr nicht aus, wenn sich Rentabilität und Aktienkurs erholen. Priorität habe jedoch die Umsetzung des Turnaround-Plans, erklärte Christian Sewing in einem Bloomberg-Interview. “Wir haben gesagt, dass 2019 und 2020 Schlüsseljahre” der Umstrukturierung sein werden, so Sewing. Wenn sich die Bewertung der Bank erholt, “dann sind wir in einer anderen Position, in einer besseren Position”, sagte der CEO, ohne sich zu Details möglicher Deals weiter zu äußern - nur Übernahmeziel wolle man nicht sein. In Europa hat die Pandemie M&A wieder auf die Tagesordnung gesetzt, und die Deutsche Bank ist bei vielen Szenarien im Spiel. Gegenwärtig würde ihre Marktkapitalisierung das Haus jedoch in eine untergeordnete Position bringen.

Corona-Ansteckungen in Deutschland deutlich gestiegen

In Deutschland haben sich zuletzt so viele Menschen mit dem Coronavirus angesteckt wie seit dem 18. April nicht mehr. Im jüngsten 24-Stunden-Messzeitraum haben sich 3.100 Personen neu infiziert, gegenüber 1.546 am Vortag. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle stieg mit 21 auf den höchsten Stand seit dem 27. Juni. Die 4-Tage-Reproduktionszahl lag bei 1,21 und damit weiter über der kritischen Marke von 1. US-Präsident Donald Trump hat vier Tage nach seiner Ankunft zur Behandlung von Covid-19 das Krankenhaus wieder verlassen. In seinem Wahlkampfteam hieß es, er wolle sich bereit machen für den nächsten Schlagabtausch mit seinem Herausforderer Joe Biden. Der hat mittlerweile eine 81%ige Siegeschance, wie ein Prognosemodell zeigt.

Europäische Aktien verlieren

Die europäischen Aktien fielen am Dienstag nach drei Tagen mit Gewinnen, da sich die Anleger auf Trumps Gesundheitszustand konzentrierten und auf Fortschritte bei dem US-Konjunkturpaket warteten. Der Stoxx Europe 600 Index fiel, angeführt von Technologieaktien, die unter der Erwartung litten, dass die US-Demokraten auf eine Zerschlagung der Technologiegiganten des Landes drängen könnten. Gewinne bei Reiseaktien und Banken dämpften die Verluste des Gesamtmarktes. In Deutschland profitierten Aareal und Pfandbriefbank von Kaufempfehlungen bei Citi. Nordex stiegen nach Bekanntgabe eines US-Turbinenauftrags. Puma litten unter dem Teilrückzug des Aktionärs Kering.

EuGH setzt Schnüffelei Grenzen

Sicherheitsbehörden darf nur dann Zugang zu den persönlichen Daten von Telefon- und Internetnutzern gewährt werden, wenn eine “ernsthafte Bedrohung” für die nationale Sicherheit besteht, urteilte das oberste Gericht der Europäischen Union. EU-Recht erlaube es den Mitgliedstaaten nicht, Kommunikationsanbieter zur pauschalen Vorratsdatenspeicherung zu zwingen. Privacy International und La Quadrature du Net, die sich für das Recht der Bürger auf Privatsphäre einsetzen, hatten in Großbritannien bzw. Frankreich Anfechtungen vorgebracht und argumentiert, dass die dortigen Überwachungspraktiken die Grundrechte verletzten. Die Entscheidung könnte auch die deutsche Debatte über die Voratsdatenspeicherung beeinflussen, die 2017 nach einem Gerichtsurteil vorläufig ausgesetzt worden war.

Banker haben laut einem Cum-Ex-Profiteur ‘keine Moral’

Sanjay Shah verlor während der Finanzkrise vor mehr als einem Jahrzehnt wie tausende andere Händler plötzlich seinen Job und richtete dann seinen eigenen Fonds ein, der auf Lücken in Dividendensteuergesetzen abzielte. Innerhalb weniger Jahre gelang ihm ein spektakulärer Aufstieg, der ihm bis zu 700 Millionen Dollar einbrachte, ein Immobilienportfolio von London bis Dubai und eine 62-Fuß-Yacht. Geld verdiente er mit umstrittenen Cum-Ex-Geschäften, die seiner Meinung nach legal waren und Staatshaushalte Milliarden kosteten - im Falle Dänemarks fast 1% des Bruttoinlandsprodukts. Shahs Vermögen ist zum Großteil eingefroren, und er muss mit einer Verhaftung rechnen, falls er Dubai in Richtung Europa verlässt. “Banker haben keine Moral”, sagte der 50-Jährige in einem Videointerview. “Hedgefonds-Manager und so weiter, sie haben keine Moral. Ich habe das Geld legal verdient.”

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