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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin

(Bloomberg) -- China will den Schwarzen Peter nicht, jetzt einen Tisch für Samstag reservieren, Europas Aktien gehen seitwärts, Bitcoin und Gold legen zu, und die Pandemie schrumpft den Wert von Fußball-Stars. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

China will den Schwarzen Peter nicht

Chinas Botschafter in Washington hat ein Ende des “Schuldzuweisungsspiels” wegen des Coronavirus gefordert und davor gewarnt, dass die US-Kritik zu einer “Entkoppelung” der beiden größten Volkswirtschaften der Welt führen könnte. US-Präsident Donald Trump und seine Top-Leute machen China für die weltweite Pandemie verantwortlich und erwägen Wiedergutmachungsforderungen. Laut Außenminister Michael Pompeo gibt es “enorme Beweise” dafür, dass das Virus aus einem Hochsicherheits-Virologielabor in der Nähe des Epizentrums in Wuhan entwichen ist. “Es lässt sich nicht leugnen, dass der erste bekannte Fall von Covid-19 in Wuhan gemeldet wurde”, schrieb Botschafter Cui Tiankai in einer Kolumne in der Washington Post. “Aber das bedeutet nur, dass Wuhan das erste Opfer des Virus war.”

Jetzt einen Tisch für Samstag reservieren

Restaurants, Außengastronomie, Cafés und Kneipen in Deutschland sollen laut DPA ab Samstag bundesweit kontrolliert öffnen dürfen. Diese Einigung zwischen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und den Landeswirtschaftsministern vom Dienstag bilde die Grundlage für eine Videokonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am heutigen Mittwoch. Für touristische Beherbergungen werde eine Öffnung bis Ende Mai angestrebt. Die Corona-Neuinfektionen in Deutschland haben nach Angaben der Johns Hopkins Universität jüngst wieder zugenommen, nachdem für die vergangenen fünf Tage Rückgänge gemeldet worden waren. Der Rekordeinbruch der deutschen Auftragseingänge im März unterstreicht die Schwere der Rezession, der Druck aus der Wirtschaft wächst.

Europäische Aktien gehen seitwärts

Europäische Aktien bewegten sich am Mittwochvormittag um die Nulllinie. Der Stoxx-600-Index lag nach anfänglichen Verlusten zuletzt rund 0,3% im Plus. Nach der Erholung im April ist es mit den europäischen Aktien zuletzt nur zögerlich aufwärts gegangen, trotz Anzeichen einer Lockerung der Abschottungs-Maßnahmen in Ländern wie Spanien und Italien. “Die Wiedereröffnung wird ein sehr langsamer und langwieriger Prozess sein, und auf dieser Grundlage gehen wir davon aus, dass die Märkte etwas über sich selbst hinausgewachsen sind”, sagte Brian O’Reilly von Mediolanum Asset Management. In den nächsten Monaten könne es weiter seitwärts gehen. In Deutschland fielen BMW, nachdem der Münchner Autohersteller aufgrund der Pandemie seinen Gesamtjahresausblick gesenkt hatte. Hannover Rück legten nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen zu. Jenoptik führten die Gewinner im SDAX nach Quartalszahlen an.

Bitcoin und Gold legen zu

Obwohl mehrfach für tot erklärt, ist Bitcoin wieder da und seine Prediger setzen ihre Hoffnungen auf ein technisches Ereignis als neuen Katalysator. Jüngste Gewinne seien auf die bevorstehende Halbierung zurückzuführen, also die Reduzierung der Belohnung für geschürfte Blocks um 50% ab dem 12. Mai. Im Vorfeld des Ereignisses ist Bitcoin binnen eines Monats um fast 50% auf knapp 9000 Dollar gestiegen. Auch der Preisanstieg bei Gold, dem klassischen sicheren Hafen, geht trotz der Gewinne an den globalen Aktienmärkten weiter. Die weltweiten Bestände der Gold-ETFs stiegen laut vorläufigen Bloomberg-Daten über die Marke von 3000 Tonnen auf ein Allzeithoch. Die Zuflüsse seit Jahresbeginn liegen über dem im gesamten Jahr 2019 erzielten Zuwachs. Das sei noch nicht das Ende, heißt es bei MLIV.

Pandemie schrumpft den Wert von Fußball-Stars

Die beiden wertvollsten Fußballspieler Europas haben nach Schätzungen von KPMG mehr als ein Fünftel ihres potenziellen Verkaufspreises verloren, nachdem die französische Liga beschlossen hatte, die Spiele wegen des Coronavirus abzusagen. Covid-19 hat demnach den Marktwert von Kylian Mbappe und Neymar um zusammen 86 Millionen Euro gedrückt, der Gesamtwert des Kaders von Paris Saint-Germain infolge der Pandemie ist laut KPMG um 25,4% gesunken. Vielleicht ist es ein guter Einstiegszeitpunkt. CVC Capital Partners erwägt den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an Italiens Fußball-Spitzenliga und würde damit Zugang zu einer der weltweiten Top-Sportveranstaltungen erhalten, bei denen Stars wie Cristiano Ronaldo und Zlatan Ibrahimovic kicken. Es geht um bis zu 20% an der Serie A für etwa 2 Milliarden Euro, was die Liga mit rund 10 Milliarden Euro bewerten würde.

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