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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

(Bloomberg) -- China beruhigt die Märkte, Salvini droht mit Unruhe in Italien, Europas Aktien halten Gewinne, Hedgefonds erhöhen pessimistische Wetten, und Deutschlands Verbraucher machen Amazon das Leben schwer. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

China beruhigt die Märkte

Der Yuan beruhigte sich am Donnerstag, nachdem die chinesische Zentralbank das tägliche Fixing stärker als von Analysten erwartet festgelegt hatte. Das gab den Märkten nach einer turbulenten Woche eine Atempause. Chinas tägliches Währungsfixing ist zu einem wichtigen Ereignis geworden, nachdem ein schwacher Referenzzinssatz am Montag dazu beigetragen hat, den größten Verlust der Währung seit 2015 auszulösen und Sorgen über einen globalen Währungskrieg zu entfachen. “China will jetzt eine Panik verhindern”, sagte Scotiabank-Stratege Gao Qi. “Die PBOC wird weiterhin Signale zur kurzfrisitgen Stabilisierung des Yuan senden”. Unterdessen droht US-Präsident Donald Trumps Handelskrieg in einen Währungskrieg auszuarten, aber beide kann er kaum gewinnen.

Salvini droht mit Unruhe in Italien

Ein Bericht in der Tageszeitung Corriere della Sera, wonach Matteo Salvini mit einem Ende der italienischen Regierung droht, falls seine Forderungen nach einer Kabinettsumbildung nicht erfüllt werden, hat italienische Anleihen auf Talfahrt geschickt. Der 10-jährige Renditeaufschlag zu Deutschland stieg auf das höchste Niveau innerhalb eines Monats. Demnach hat Salvini Ministerpräsident Giuseppe Conte bis Montag Zeit gegeben, um einige Kabinettsmitglieder auszutauschen, darunter Finanzminister Giovanni Tria, der als Ausgabenbremse der Koalition gilt. Er sei kein Mann für “halbe Sachen” und klebe nicht an seinem Posten, sagte Salvini am Mittwoch. Angesichts einer Unterstützung von fast 40% für die Lega drängen Salvinis Anhänger auf Neuwahlen.

Europas Aktien halten Gewinne

Europäische Aktien stiegen, nachdem das stärker als erwartet ausgefallene tägliche Währungs-Fixing in China die Befürchtungen vor einem sich verschärfenden Handelskonflikt gemildert hatte. Der Stoxx Europe 600 Index kletterte, angeführt von Tech- und Gesundheits-Werten. In Deutschland stachen aus einer Flut von Veröffentlichungen Thyssenkrupp heraus, die die Liste der Gewinner im Dax anführten aufgrund möglicher Sparten-Verkäufe. Merck KGaA, wo der Q2-Gewinn die Erwartungen geschlagen hatte, gehörten ebenfalls zu den Top-Gewinnern. Adidas verloren trotz erwartungsgemäßer Zahlen, da Analysten kaum mehr Aufwärtspotenzial sehen. Osram fielen, nachdem Allianz Global Investors ein Private-Equity-Gebot als zu niedrig abgelehnt hatte.

Hedgefonds erhöhen pessimistische Wetten

Als die Aktien in der vergangenen Woche Achterbahn fuhren, nahmen Hedgefonds eine Haltung ein, die kaum als bullish zu bezeichnen ist - sie bauten ihre Wetten gegen den Markt aus und begrenzten Long-Positionen auf eine schrumpfende Gruppe von Werten. Das Long-zu-Short-Verhältnis, die Netto-Leverage, fiel auf den niedrigsten Stand seit Februar 2016. Gleichzeitig liegt die Brutto-Leverage, ein Maß für die Risikobereitschaft, das sowohl Long- als auch Short-Positionen umfasst, seit 2010 über dem 75. Perzentil. Während das Aktien-Exposure der Hedge Fonds also weiterhin hoch ist, ist der Großteil der Positionen Short. “Die Aussichten für die nächsten sechs Monate sind sicherlich deutlich eingetrübt”, sagte Benjamin Dunn von Alpha Theory Advisors.

Der deutsche Konsument macht es Amazon schwer

Erst waren deutsche Verbraucher beim Thema Online-Shopping zögerlich, jetzt liegen sie beim Umtausch unerwünschter Waren an der Spitze. In keinem anderen europäischen Land gibt es mehr Retouren als in Deutschland, was für Einzelhändler wie Amazon und Zalando ein massives finanzielles und logistisches Problem darstellt. Zalando - wo etwa die Hälfte des Umsatzes wieder zurückgeht - will dem mithilfe von Videos entgegenwirken, in denen Models die Kleidung tragen. Auch soll Machine Learning Käufer mit den passenden Größen versorgen. Bei Mr. Spex können Kunden Brillen virtuell aufprobieren. Deutsche Verbraucher haben im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 5,5 Mrd. Euro zurückgegeben, meist, um verschiedene Kleidungsstücke bequem zu Hause anprobieren zu können.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Erhard Krasny ekrasny@bloomberg.net, Ingo Kolf

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