Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    15.587,36
    +124,64 (+0,81%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.182,91
    +33,85 (+0,82%)
     
  • Dow Jones 30

    35.294,76
    +382,20 (+1,09%)
     
  • Gold

    1.768,10
    -29,80 (-1,66%)
     
  • EUR/USD

    1,1606
    +0,0005 (+0,05%)
     
  • BTC-EUR

    52.515,91
    -660,93 (-1,24%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.464,06
    +57,32 (+4,07%)
     
  • Öl (Brent)

    82,66
    +1,35 (+1,66%)
     
  • MDAX

    34.358,41
    +188,95 (+0,55%)
     
  • TecDAX

    3.726,24
    +14,82 (+0,40%)
     
  • SDAX

    16.622,93
    +160,30 (+0,97%)
     
  • Nikkei 225

    29.068,63
    +517,70 (+1,81%)
     
  • FTSE 100

    7.234,03
    +26,32 (+0,37%)
     
  • CAC 40

    6.727,52
    +42,31 (+0,63%)
     
  • Nasdaq Compositive

    14.897,34
    +73,91 (+0,50%)
     

Fünf Themen des Tages: Dunklere Realität, blamierte Banken

·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Hausträume platzen, USA rhetorisch vor Katastrophe, schwache Aktien, Bawag blamiert Banken und Moment der Wahrheit in China. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Most Read from Bloomberg

Hausträume platzen

Der Traum vom Eigenheim lässt sich immer schwieriger realisieren -- nicht nur in Deutschland. Immobilienpreise, deren Steigerungen die bei Erwerbseinkommen weit übertreffen, sind Schuld. Die Pandemie hat dieses Problem verschärft. Das führt zu Ghettos für Besserverdiener, wie mittlerweile auch Berlins Bürgermeister Michael Müller zugibt, der die Zustände in der Hauptstadt mit denen in London, Paris und Rom vergleicht. Ver.di warnt, Kosten für Wohnraum seien für den gesellschaftlichen Zusammenhalt so wichtig wie die von Brot – historisch oft ein Auslöser sozialer Unruhen. Es gibt viele Ideen, aber nachhaltige Lösungen scheinen nicht in Sicht. In Seoul sind Wohnungspreise seit Mai 2017 um 90% gestiegen. China versucht es mit Restriktionen und Steuern – Wohnungen in Shenzhen, Chinas Silicon Valley – kosteten im Juli das 43-fache eines durchschnittlichen Jahresgehalts der dortigen Bürger. Immobilienbesitzern wie vielen Baby-Boomern nützt das, im Gegensatz zu den Millennials und der Generation Z. Wie Einwohner von Buenos Aires über Toronto, von Singapur bis Sydney mit der Situation klarkommen, beschreibt Alan Crawford in seinem Big Take.

Schuldendeckel-Tanz

Im US-Repräsentantenhaus steht diese Woche die Abstimmung über die Anhebung der Schuldengrenze an. Sollten die Republikaner massenhaft dagegen stimmen, ist eine Verabschiedung unwahrscheinlich. Damit wäre das Finanzministerium in Washington auf dem Weg, dass ihm “irgendwann im Oktober” das Geld ausgeht, wie Ressortchefin Janet Yellen sagte. In einem Gastbeitrag im Wall Street Journal warnte die frühere US-Notenbankpräsidentin, “dass eine Nichterhöhung der Schuldengrenze zu einer weitreichenden wirtschaftlichen Katastrophe führen würde”. Auf dem Weg zu einer Einigung könnte angesichts dessen die Nennung eines Stichtags helfen, an dem kein Geld mehr da wäre. Aufgrund der Volatilität der Geldströme der US-Regierung ist dies allerdings nahezu unmöglich und wäre politisch riskant.

Schwache Aktienbörsen

Europas Börsen beginnen die neue Woche mit deutlichen Einbußen. Im Mittagshandel lag der Dax 2,3% im Minus und zeigte sich damit so schwach wie zuletzt Mitte Juli. Der Stoxx Europe 600 sinkt 1,9%. Für die Wall Street signalisiert der Terminmarkt eine leichtere Eröffnung, der S&P-500-Future liegt 0,9% im Minus. Auf die Stimmung drückt neben der Aussicht auf eine Rücknahme der Stimuli der US-Notenbank auch die Krise um den chinesischen Evergrande-Konzern und das Ringen um eine Erhöhung oder Aussetzung des US-Schuldendeckels. “Die Ausläufer der bullischen Berichterstattung bröckeln und die dunklere, zugrunde liegende Realität tritt in den Vordergrund”, sagt Sebastien Galy, ein leitender Makrostratege bei Nordea Investment Funds. “Der Markt braucht mehr Zeit, um diese Schocks einzupreisen, als ich erwartet hatte”. Die Börse sei inzwischen viel realistischer. Mit der Sorge vor der Inflation schwinde die Schnäppchenjäger-Mentalität.

Bawag blamiert Banken

Vor gut 15 Jahren stand die österreichische Gewerkschaftsbank Bawag nach der Pleite eines US-Geschäftspartners kurz vor dem Kollaps. Im Zuge der Rettung flog ein Skandal nach dem anderen auf, die in den Jahren davor unter den Teppich gekehrt worden waren. In einem erzwungenen Verkauf übernahm Cerberus 2006 eine ziemliche Ruine und hatte erstmal ein paar Jahre mit Aufräumen und Finanzkrise zu tun. Vor rund einem Jahrzehnt begann das Team aus jungen “Höllenhunden” seine methodische Arbeit - mit manchmal zweifelhaften Deutsch- aber immer bemerkenswerten Kostensenkungsfähigkeiten: Vereinfachung der Produktpalette, Standardisierung und Automatisierung, Schließung von Filialen, Tausch der grandiosen Jugendstil-Zentrale gegen einen schmucklosen Zweckbau, Stellenkürzungen. Der Lohn der Arbeit sind Kennzahlen, die andere Banken wie Verlierer aussehen lassen: das Kosten-Ertrags-Verhältnis soll heuer auf 40% sinken (Deutsche Bank: 70%) und weiter fallen; als Ziel für die Eigenkapitalrendite wurden heute fast schon Joe-Ackermann-reife 17% (für 2025) ausgegeben. Cerberus ist mittlerweile übrigens ausgestiegen.

Moment der Wahrheit in China

Der chinesische Immobilienentwickler Evergrande könnte diese Woche seinen Moment der Wahrheit erleben. Zahlt das Unternehmen zumindest Kupons an Anleihegläubiger weiter, nachdem Zahlungen an Banken und Lieferanten bereits ausbleiben? Eine der Anleihen handelt bereits bei weniger als 30% ihres Nennwert. Fitch Ratings sprach diesen Monat bereits vom Risiko eines “wahrscheinlichen” Zahlungsausfalls. Der Alptraum der Märkte wäre ein unkontrollierter Zusammenbruch – das Unternehmen hat wahnwitzige $300 Milliarden an Verbindlichkeiten. Der Markt versucht zu greifen, welche Konsequenzen für die westliche Welt drohen: geht die Geschichte aus wie der Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008, der die Finanzwelt zum Stillstand brachte? Oder wie der des Hedgefonds Long Term Capital Management im Jahr 1998, als die Fed die Gläubiger drängte, den Fonds zu retten und die Zinsen senkte? Den Zusammenbruch von Lehman 10 Jahre später nahm die Regierung in Kauf: sie sah zu viel Moral Hazard – hochspekulative Geschäfte aufgrund der Gewissheit, die Behören würden im Zweifel das Schlimmste verhindern.

Most Read from Bloomberg Businessweek

©2021 Bloomberg L.P.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.