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Fünf Themen des Tages: Bidens Steuern, Fußballfreund Johnson

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Biden geht den Reichen ans Leder, deutsche Erholung schwächt sich ab, europäische Aktien verlieren zu Wochenschluss, VW-Betriebsrat wird weiblich, und Johnson nimmt Fußball-Clubs unter die Lupe. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Biden geht den Reichen ans Leder

US-Präsident Joe Biden wird laut informierten Kreisen vorschlagen, den Kapitalertragsteuersatz für vermögende Privatpersonen auf 39,6% fast zu verdoppeln, um Sozialausgaben zu finanzieren. Biden hat im Wahlkampf mit der Angleichung der Kapitalertrags- und Einkommenssteuersätze für wohlhabende Personen geworben, da es unfair sei, dass viele Reiche niedrigere Steuersätze zahlen als die Mittelschicht. Biden hält die Initiative für populär genug, um sie im Kongress durchzubekommen. Da die Republikaner wohl geschlossen dagegen sein werden, darf kein einziger Demokrat im Senat und höchstens eine Handvoll im Repräsentantenhaus dagegen votieren. Die Verluste am Aktienmarkt im Zuge der Nachricht sollten vorübergehender Natur sein, meint Bloomberg-Kolumnist John Authers.

Deutsche Erholung schwächt sich ab

Die konjunkturelle Erholung im Euroraum kommt in Gang, nur nicht in Deutschland, wo die Einkaufsmanager-Daten für April unter den Vormonatsständen lagen. Die von der Bundesregierung verhängten Corona-Beschränkungen haben der deutschen Dienstleistungsbranche einen Dämpfer verpasst, während Lieferprobleme das Wachstum in der verarbeitenden Industrie belasteten. Immerhin wuchs der Dienstleistungssektor in der Eurozone zum ersten Mal seit acht Monaten und das verarbeitende Gewerbe in der Region verzeichnete den stärksten Aufschwung in den mehr als zwei Jahrzehnten, seit diese Daten erfasst werden. Starke Nachfrage, Lieferverzögerungen und steigende Faktorkosten treiben dabei die Preise in die Höhe. In der EZB-Prognostiker-Umfrage haben die Befragten ihre Inflationsprognose für 2021 auf 1,6% von zuvor 0,9% angehoben.

Europäische Aktien verlieren zu Wochenschluss

Europäische Aktien steuern auf ihren ersten wöchentlichen Rückgang in acht Wochen zu. Der Stoxx 600 Europe Index lag gegen Mittag um 0,3% im Minus, wobei die Immobilien- und Energiebranchen am stärksten fielen, während Bergbauunternehmen zulegten. Europäische Aktien stehen unter Druck, nachdem der S&P 500 am Donnerstag nach dem Bloomberg-Bericht zu Bidens Steuerplänen gefallen war. Die “Berichtssaison hat stark begonnen, aber die Reaktion der Aktienkurse auf die guten Ergebnisse war gedämpft”, sagte Emmanuel Cau von Barclays. Die Markttechnik lasse derzeit wenig Spielraum für Fehler und “der Reflationshandel zeigt Anzeichen von Müdigkeit”. In Deutschland stiegen SLM Solutions nach einer Kurszielanhebung bei der Deutschen Bank. Software AG litten unter einer laut Baader schwächer als erwarteten Umsatzentwicklung im ersten Quartal.

VW-Betriebsrat wird weiblich

Der Volkswagen-Betriebsrat hat seine erste weibliche Führungskraft. Daniela Cavallo, 46, wird Nachfolgerin von Bernd Osterloh, 64, der im nächsten Monat die Personalführung beim Lkw-Bauer Traton übernehmen wird. Cavallo soll auch Osterlohs Position im VW-Aufsichtsrat übernehmen. Osterlohs Abgang als VW-Arbeiterführer markiert das Ende einer Ära bei Europas größtem Autobauer. Er war seit 2005 eine Schlüsselfigur im Aufsichtsrat und hatte großen Einfluss auf das Unternehmen. Der Firmenveteran geriet häufig mit Top-Managern wie CEO Herbert Diess aneinander und ließ sich auch in Auseinandersetzungen mit den Milliardärsfamilien Porsche und Piech über Stellenstreichungen nicht einschüchtern. Cavallo habe als seine Stellvertreterin über zweieinhalb Jahre hervorragende Arbeit geleistet, sagte Osterloh.

Johnson nimmt Fußball-Clubs unter die Lupe

Nach dem gescheiterten Versuch, den europäischen Fußball weiter zu kommerzialisieren, nehmen die Briten nun die verschiedene Modelle von Klubeigentümerschaft unter die Lupe. Bei einer Untersuchung, die von der ehemaligen Sportministerin Tracey Crouch geleitet wird, wird auch geprüft, ob die bestehende Aufsicht über ausländische Klubbesitzer ausreichend ist, um die Interessen des Spiels zu schützen. Premierminister Boris Johnson hatte inmitten der versuchten Gründung einer abtrünnigen europäischen Fußballliga gedroht, das Projekt per Gesetz zu Fall zu bringen. Seine Partei hatte bereits in ihrem Wahlprogramm für 2019 eine von Fans geleitete Überprüfung der Fußball-Aufsicht versprochen, diese aber noch nicht in Auftrag gegeben. Deren Emotionen sollten Leute wie Daniel Pinto von JPMorgan nicht unterschätzen. Auch das deutsche System der Fanbeteiligung wird man sich dabei anschauen.

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