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Fünf Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

Der Dax liegt zum Hexensabbat vorbörslich im Minus. An der amerikanischen Börse ging es weiter bergab.

Die Fed hat entschieden: Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld wird um einen Viertelpunkt angehoben. Er liegt nun in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent.

Die Aussicht auf höhere Zinsen ist meist ein Bremssignal für die Aktienkurse. So dürfte auch der Dax an diesem Donnerstag im Minus eröffnen. Vorbörslich liegt die Frankfurter Benchmark laut Daten des Brokers IG Markets gegen 6.15 Uhr sogar bei einem Minus von 1,9 Prozent bei 10.574 Punkten.

Dabei hatten die Anleger am deutschen Aktienmarkt vor dem Zinsentscheid wieder etwas Mut gefasst. Der Leitindex Dax rückte zwar um lediglich 0,24 Prozent auf 10.766,21 Punkte vor, unterbrach damit aber immerhin seine jüngste Verlustserie. Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax stieg ebenfalls um 0,24 Prozent auf 21.980,51 Punkte.


1 – Der Asienhandel

Die Zinserhöhung der US-Notenbank hat auch die Aktienmärkte in Japan belastet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor am Donnerstag im Verlauf 1,7 Prozent auf 20.631 Punkte. Zwischenzeitlich war er auf unter 20.600 Zähler abgesackt, den tiefsten Stand seit Ende März. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,4 Prozent auf 1534 Stellen nach.

Im Gegensatz zu den amerikanischen Währungshütern, die den Leitzins auf 2,25 bis 2,50 Prozent anhoben, hält die japanische Zentralbank angesichts der weiter niedrigen Inflation an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest. Die Bank of Japan (BoJ) verkündete ihren Entschluss am Donnerstag nach zweitägigen Beratungen. Geschäftsbanken können sich damit weiter so gut wie kostenlos Geld bei der Notenbank besorgen, Kredite für Investitionen der Wirtschaft und für Verbraucher sollen billig bleiben.


2 – Vorgaben aus den USA

Auch die US-Märkte haben auf die Zinserhöhung der Fed mit Verlusten reagiert. Der Dow Jones fiel zwischenzeitlich von seinem Tageshoch von 24.057 Punkten fast 900 Zähler auf 23.163 Stellen ab.

Am Ende schloss er bei einem Jahrestief von 23.323 Punkten und damit 1,5 Prozent schwächer als am Vortag. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 2,17 Prozent und schloss bei 6636 Punkten. Der breiter gefasste S & P-500 ging mit 2506 Zählern 1,54 Prozent tiefer aus dem Handel.


3 – Fed erhöht den Leitzins

Europas Märkte dürften sich von außergewöhnlich heftigen Reaktionen auf den Fed-Entscheid beeindrucken lassen. Zwar lag die Erhöhung exakt im erwarteten Korridor – dennoch kam es zum Ausverkauf an den Märkten. Auch wenn das zu den Vorgaben aus den USA zählt, ist es dennoch einen Einzelpunkt wert. Die Börsen sind derzeit noch immer sehr politisch – und Anleger werden reagieren.

4 – Weitere Entscheidung in Patentstreit von Qualcomm und Apple

Der Chipkonzern Qualcomm hat am Donnerstag eine neue Chance, die Oberhand in dem festgefahrenen Patentstreit mit Apple zu gewinnen. Das Landgericht München entscheidet in fünf Verfahren, in denen Qualcomm Verkaufsverbote für diverse iPhone-Modelle anstrebt.

Bei den Patenten geht es unter anderem um Suchfunktionen auf den Geräten sowie Technologien zur Verwaltung des Stromverbrauchs. Qualcomm klagt gegen Apple in Deutschland in mehr als einem Dutzend Verfahren in München und Mannheim. Bisher wurde ein Verfahren ausgesetzt und in einem wurde die Qualcomm-Klage abgewiesen.

5 – Zahlen der US-Riesen Nike und Walgreens

Formell haben die beiden Unternehmen nichts gemein, außer ihrer Mitgliedschaft im US-Leitindex Dow Jones Industrial. Allerdings macht das beide zu wichtigen Indikatoren ihrer Branche. Nike für die Sportartikelindustrie, Walgreens im Einzelhandel.

Im Fall von Nike sind die Analysten optimistisch, was die Gewinnausbeute des zweiten Geschäftsquartals betrifft. Die vorangegangenen Zahlen aus dem Sommerquartal fielen, auch bedingt durch die Fußball-Weltmeisterschaft, gut aus. Allerdings: Hier kommen die Zahlen nachbörslich.

Walgreens hingegen hatte im Vorquartal weniger eingenommen, als erhofft und an den Märkten die Quittung dafür kassiert. Nun stehen die Zahlen für das erste Geschäftsquartal an. Analysten sind diesmal weitaus zuversichtlicher und rechnen mit steigendem Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Termine Unternehmen am 20. Dezember

07:00 Uhr, Deutschland: Hornbach Q3-Zahlen (endgültig)
12:00 Uhr, USA: Bank of New York Mellon ao Hauptversammlung
13:00 Uhr, Kanada: Blackberry Q3-Zahlen
13:00 Uhr, USA: Walgreens Boots Alliance Q1-Zahlen
22:15 Uhr, USA: Nike Q2-Zahlen

Termine Konjunktur am 20. Dezember

Deutschland: DIW-Konjunkturbarometer
Deutschland: Bundesfinanzministerium Monatsbericht 12/18
07:00 Uhr, J: Maschinenwerkzeugaufträge 11/18
08:00 Uhr, Deutschland: Schulden öffentlicher Haushalte Q3/18
10:00 Uhr, EU: Leistungsbilanz 10/18
10:00 Uhr, Italien: Erzeugerpreise 11/18
10:30 Uhr, Großbritannien: Einzelhandelsumsatz 11/18
13:00 Uhr, Großbritannien: BoE Zinsentscheid
14:30 Uhr, USA: Philly Fed Index 12/18
14:30 Uhr, USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
16:00 Uhr, USA: Frühindikator 11/1

Quelle Termine: dpa-AFX, Hervorhebung durch Handelsblatt-Redaktion

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