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Füllstand der Gasspeicher in Deutschland fällt auf 98,2 Prozent – Ausspeichern beschleunigt sich

Die Gasspeicher in Deutschland sind so voll wie noch nie. - Copyright: Picture alliance
Die Gasspeicher in Deutschland sind so voll wie noch nie. - Copyright: Picture alliance

Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland ist am Mittwoch auf 98,24 Prozent gefallen. Das waren 0,36 Prozentpunkte weniger als am Vortag. Dies war erneut der größte Rückgang in dieser Heizperiode. Der Vorrat an Erdgas nahm auf 241,8 Terawattstunden ab. Das geht aus Daten hervor, die der europäische Gasspeicherverbandes GIE veröffentlichte.

Mit dem kälteren Wetter hat sich das Ausspeichern beschleunigt. Das ist nicht ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Der Füllstand in den deutschen Gasspeichern ist immer noch sehr hoch. Das zeigt auch diese Grafik.

Vor diesem Winter haben die Speicher eine besondere Bedeutung, da Russland kein Gas mehr liefert. Deutschland versucht die Lücke mit vollen Speichern, Einsparungen beim Verbrauch sowie zusätzlichen Gaslieferungen über bestehende Pipelines aus Norwegen und vier neue Terminals für Flüssiggas-Schiffe auszugleichen. Die neue Vereinbarung zur Lieferung von Flüssiggas mit Katar greift erst ab 2026.

Der aktuelle Vorrat in den Speichern von knapp 242 Terawattstunden Gas allein reicht für den Verbrauch von etwa zwei bis zweieinhalb Wintermonaten. Zum Vergleich: Im Januar und Februar 2022 zusammen waren in Deutschland knapp 227 Terawattstunden Gas verbraucht worden.

Saad Sherida Al-Kaabi (l), Staatsminister für Energie in Katar, steht neben Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), bei der Unterzeichnung einer katarisch-deutschen Energiepartnerschaft.
Saad Sherida Al-Kaabi (l), Staatsminister für Energie in Katar, steht neben Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), bei der Unterzeichnung einer katarisch-deutschen Energiepartnerschaft.

In der kalten Kalenderwoche 46 war der Gasverbrauch deutlich um 28 Prozent zur Vorwoche gestiegen. Er lag aber immer noch um 21 Prozent unter dem Mittelwert der vier Vorjahre. Die Woche war um 0,7 Grad kälter als in diesem Vergleichszeitraum. Die Netzagentur hat als Ziel ausgegeben, mindestens 20 Prozent zu sparen, damit Deutschland ohne Gasmangel durch den Winter kommt.

Höhere Speicherziele für den Winter 2023/24

Die EU-Kommission richtet den Blick bereits auf den Winter 2023/24. Um die Speicher rechtzeitig wieder aufzufüllen, hat sie ein neues Zwischenziel für die Füllstände vorgegeben. Demnach muss Deutschland zum 1. Februar einen Speicherstand von 45 Prozent erreichen. Das deutsche Gesetz legt bislang mindestens 40 Prozent fest.

Die Kommission schreibt vor, dass die deutschen Speicher zum 1. Mai noch zu 10 Prozent voll sein müssen, zu 30 Prozent Anfang Juli und zu 65 Prozent Anfang September. Ziel ist es, die Versorgung im Winter 2023/2024 zu sichern. Zum 1. November 2023 sollen die Speicher in jedem Land der EU dann wieder zu 90 Prozent gefüllt sein.

In Deutschland schreibt das Energiewirtschaftsgesetz vor, dass am 1. Oktober in den Speichern ein Stand von 85 Prozent erreicht werden muss, am 1. November von 95 Prozent und am 1. Februar von 40 Prozent. Die Vorgaben gelten für jeden einzelnen Speicher.

Mit Material von DPA