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EZB sieht Inflation nächstes Jahr über 2%, ist uneins zu 2023

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(Bloomberg) -- Die Geldpolitiker der Europäischen Zentralbank gehen informierten Kreisen zufolge davon aus, dass die Inflation im nächsten Jahr die Zielmarke von 2% überschreiten wird. Unterschiedlicher Meinung seien sie jedoch darüber, ob sie 2023 auf diesem Niveau bleiben wird, hieß es.

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Wie zu hören ist, beharrte Chefvolkswirt Philip Lane bei der Entscheidung am Donnerstag darauf, dass die Verbraucherpreise nach 2022 wieder unter das Ziel fallen werden und dass der zugrundeliegende Druck nicht stark genug sein wird. Einige andere hielten dagegen, dass das Ziel überschritten werden könnte, und verwiesen auf die Gefahr von Zweitrundeneffekten.

Alle Entscheidungsträger hätten darin übereingestimmt, dass die derzeitigen Marktpreise, die auf eine Zinserhöhung im nächsten Jahr hindeuten, unbegründet sind, berichteten mit den Diskussionen vertraute Personen.

Die Debatte ist wichtig, weil im Dezember neue Prognosen vorliegen werden, die zum ersten Mal das Jahr 2024 einschließen und für die in den letzten Monaten vorgestellte Forward Guidance der EZB sowie für das neue höhere Verbraucherpreisziel von grundlegender Bedeutung sein werden.

Laut Francois Francois Villeroy de Galhau, Gouverneur der französischen Zentralbank, werden die EZB-Verantwortlichen nur dann eine Anhebung der Leitzinsen in Erwägung ziehen, wenn die Prognosen zeigen, dass die Inflation innerhalb von 12 bis 18 Monaten das Ziel von 2% erreicht. Die Leitlinien der EZB verlangen dann, dass der Preisanstieg “dauerhaft” über diesem Niveau bleibt.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte bei der Pressekonferenz am Donnerstag, dass “der Rückgang der Inflation zwar länger dauern wird als bisher erwartet, wir aber erwarten, dass diese Faktoren im Laufe des nächsten Jahres nachlassen werden”. Die EZB gehe weiterhin davon aus, dass der Preisanstieg mittelfristig unter 2% bleibt, fügte sie hinzu.

Sollte die nächste Prognose sowohl im nächsten Jahr als auch im Jahr 2023 über dem Ziel liegen, wäre dies deutlich höher als die Projektion vom September, die einen Rückgang der Inflation auf 1,7% im Jahr 2022 und 1,5% danach vorsah. Dies würde die Aussichten erhöhen, dass die Schwelle der EZB für Zinserhöhungen erreicht wird.

Ein EZB-Sprecher wollte sich zu den Diskussionen am Donnerstag nicht äußern.

Überschrift des Artikels im Original:ECB Sees Inflation Above 2% Next Year Though Can’t Agree on 2023

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