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EZB intensiviert Aufsicht wegen drohender Corona-Kreditausfälle

Steven Arons, Boris Groendahl und Nicholas Comfort
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Europäische Zentralbank intensiviert derzeit Gespräche mit den von ihr beaufsichtigten Banken, um ein genaueres Bild der in den Büchern schlummernden Kreditrisiken zu gewinnen. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Coronakrise zu einer Welle von Insolvenzen und Kreditausfällen führen wird.

Gemeinsam mit den nationalen Aufsichtsbehörden trafen sich EZB-Vertreter in letzter Zeit mit Banken wie BNP Paribas SA, Société Générale SA und Deutsche Bank AG, um zusätzliche Informationen zu ihrer Kreditvergabe an Unternehmen im letzten Jahr zu erhalten. Dies sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Aufseher wollen damit sicherstellen, dass die Kreditinstitute einen möglichen Anstieg der Ausfälle verkraften können.

Der Vorsitzende des EZB-Aufsichtsgremiums, Andrea Enria, hat wiederholt davor gewarnt, dass die Pandemie zu einem Anstieg der notleidenden Kredite führen kann, sobald die staatlichen Hilfsprogramme auslaufen. Er hat die Geldinstitute gedrängt, sich für diesen Fall zu rüsten. Sorge bereitet Enria und seinen Kollegen auch, dass die Banken sehr unterschiedliche Methoden bei der Ermittlung von Risiken und für Rückstellungen einsetzen.

Ein EZB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu individuellen Banken ab und verwies stattdessen auf ein Schreiben von Enria an die Bankchefs der Eurozone vom Dezember, in dem er drängte, die Zunahme notleidender Kredite genau zu beobachten. Vertreter von BNP, Société Génerale und Deutsche Bank lehnten eine Stellungnahme ab.

Die zehn größten europäischen Kreditinstitute haben im vierten Quartal voraussichtlich weitere Rückstellungen von 15 Milliarden Dollar für Problemkredite gebildet, geht aus Analystenschätzungen hervor, die Bloomberg zusammengestellt hat. Hingegen haben viele führende US-Banken den Gewinn im gleichen Zeitraum durch die Auflösung von Reserven gesteigert, die sie im Jahresverlauf gebildet hatten.

Die EZB ergreift eine Reihe von Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die Kapitalpolster der Banken stark genug sind, um einen ernsten Konjunktureinbruch zu überstehen. Es gibt weiterhin Beschränkungen für Dividenden und Bonuszahlungen, die Notenbank erwägt aber auch strengere Kapitalanforderungen für Banken, die nicht angemessen mit ihren Leveraged-Finance-Risiken umgehen.

Die EZB hinterfragt, wieviel Risiko die Banken bei Leveraged-Loans eingehen wollen und wie sie einen Stresstest bei ihrem Engagement vornehmen, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Frank Elderson gegenüber dem Europaparlament am Montag. Die Aufsichtsbehörde “wird nicht davor zurückscheuen”, höhere Kapitalanforderungen für Banken zu verhängen, wenn sie der Ansicht ist, dass diese nicht ausreichen.

Überschrift des Artikels im Original:ECB Steps up Scrutiny of Bank Risk Before Potential Default Wave

(Neu: ab fünftem Absatz)

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