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EZB hebt Zinsen noch 2022 über Null; keine Rezession: Ökonomen

(Bloomberg) -- Um die Inflation einzudämmen, wird die Europäische Zentralbank die Zinssätze in diesem Jahr dreimal anheben, schätzen von Bloomberg jüngst befragte Ökonomen. Ihre Erwartung deckt sich mit dem Stimmungsbild aus Kommentaren der Notenbanker, das auf zunehmenden Handlungsdruck hindeutet.

Der EZB-Rat wird demnach den Einlagensatz im Juli, September und Dezember jeweils um einen Viertelpunkt anheben, so dass er zum Jahresende bei 0,25% liegen wird. Der Hauptrefinanzierungssatz wird im September und Dezember erhöht, so dass er von derzeit Null auf 0,5% steigt, so die Erwartung der Ökonomen.

In einer früheren Umfrage hatten die Volkswirte für dieses Jahr nur eine Anhebung um einen Viertelpunkt erwartet. Die Veränderung spiegelt die wachsende Bereitschaft innerhalb der EZB wider, die Zinssätze ab Juli zu erhöhen und den Einlagensatz vielleicht 2022 wieder über die Nullmarke zu hieven. Acht Jahre lang hatte er inzwischen darunter gelegen.

Die Wirtschaft im Euroraum wird aus Sicht der Ökonomen in diesem Jahr voraussichtlich weiter wachsen, auch wenn die Herausforderungen durch den Krieg in der Ukraine zunehmen. Für die Jahre 2022 und 2023 wird nun ein Wachstum von 2,8% bzw. 2,3% erwartet, was jeweils 0,1 Prozentpunkte weniger sind als in der vorherigen Umfrage ermittelt.

Während die Inflationsprognosen für dieses und nächstes Jahr auf 6,7% bzw. 2,6% angehoben wurden, dürfte der Anstieg der Verbraucherpreise sich 2024 auf 1,9% verlangsamen und damit wieder unter dem Ziel der EZB liegen.

Überschrift des Artikels im Original:

ECB Seen Raising Rates Above Zero This Year as Recession Avoided

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©2022 Bloomberg L.P.

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