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EZB-Guidance allein wird Inflationserwartungen nicht ankurbeln

·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Die geldpolitischen Entscheider der Europäische Zentralbank gehen informierten Kreisen zufolge davon aus, dass ihr neuer Vorstoß zur Ankurbelung der Inflationserwartungen eine ganze Weile brauchen könnte, um zu wirken. Bei seiner Strategieüberprüfung habe der Rat auch Erfahrungen der Fed erörtert, die das erwarten lassen, hieß es.

In den USA hatten die Teuerungserwartungen nur langsam zugelegt, nachdem die Notenbank vergangenen August zu einem Durchschnitts-Inflationsziel übergegangen war und ihre Bereitschaft erklärt hatte, eine Überschreitung der Marke von 2% zu tolerieren. Die Inflationserwartungen begannen erst sich zu beschleunigen, als die designierte Biden-Regierung anfing, neue Konjunkturpakete zu erörtern.

Die US-Inflationserwartungen gewannen erneut an Fahrt, als die Fed ihre Geldpolitik auch locker hielt, nachdem steigende Nachfrage die Preise um mehr als 2% anziehen ließ. Seit Mai gaben sie dann wieder nach, als Fed-Vertreter begannen, das Thema Tapering auf die Agenda zu nehmen.

Auch im Euroraum gab es zunächst kaum Auswirkungen auf die Teuerungserwartungen und die Wetten auf Zinserhöhungen, nachdem die EZB ihr Inflationsziel angehoben und ihre Verpflichtung bekräftigt hatte, die Kreditkosten niedrig zu halten.

Die Erfahrung der Fed dürfte dazu beitragen, Bedenken bei der EZB über die weitgehend ambivalente Reaktion von Investoren und Ökonomen in der vergangenen Woche zu besänftigen. Analystenberichte beschrieben die neue Sprache und die Pressekonferenz von Präsidentin Christine Lagarde meist als dovish, aber wenig spezifisch.

“Es ist schwer, einen bedeutenden Einfluss auf die kurzfristige Wachstums- und Inflationsdynamik aus dem Versprechen abzuleiten, die Zinsen etwas später anzuheben”, erklärt Oliver Rakau, ein Ökonom bei Oxford Economics. “Wir sind weiterhin der Meinung, dass eine kurzfristige geldpolitische Reaktion, etwa eine sofortige Steigerung der quantitativen Lockerung, der Glaubwürdigkeit der neuen Strategie zugute gekommen wäre.”

Ein EZB-Sprecher lehnte es ab, die Beratungen des EZB-Rates zu kommentieren. Bei der Überprüfung der Zentralbankstrategie wurde das Inflationsziel von “unter, aber nahe bei 2%” auf 2% angehoben.

In der geldpolitischen Entscheidung zwei Wochen später sagten die Entscheidungsträger, dass die Leitzinsen auf dem gegenwärtigen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden, bis der Rat feststellt, dass die Inflationsrate deutlich vor dem Ende seines Projektionszeitraums 2% erreicht. Dieser Zeitraum kann sich bis zu drei Jahre in die Zukunft erstrecken.

Die Inflationsprojektionen müssten dem Zielwert bis zum Ende des Prognosehorizonts entsprechen und durch eine “hinreichend fortgeschrittene” zugrunde liegende Preisdynamik abgestützt sein. Bundesbank-Chef Jens Weidmann und Belgiens Pierre Wunsch lehnten dies ab, da sie diese Vorgaben als eine zu langfristige Verpflichtung ansehen.

Die Sicht von Bloomberg Economics...

“Das Erreichen dieses Ziels bleibt in weiter Ferne und - ohne zusätzliche geldpolitische Unterstützung - klingt es nach wenig mehr als Wunschdenken”

-David Powell und Maeva Cousin. Link zu ihrer Analyse

Der Inflationsschub durch die erhöhten Staatsausgaben in den USA dürfte Wasser auf Lagardes Mühlen sein. Sie hat die europäischen Regierungen wiederholt aufgefordert, die Pandemiehilfe nicht zu früh zurückzuziehen. Die EZB-Chefin sagte vergangene Woche, dass “eine ehrgeizige, gezielte und koordinierte Fiskalpolitik weiterhin die Geldpolitik ergänzen sollte.”

Während eine gemeinsame fiskalische Unterstützung mit dem 800 Milliarden Euro schweren Aufbaufonds der Europäischen Union im Gange ist, werden die Regierungen diese Mittel über mehrere Jahre hinweg investieren. Die EU-Regeln für Schuldenlast und Defizite sind derzeit ausgesetzt, doch nur bis Ende nächsten Jahres. In einigen Ländern beginnt die Politik bereits, über die Notwendigkeit zu sprechen, die Kreditaufnahme zu zügeln.

Wenn die Eurozone der US-Logik folgen sollte, könnte diese Zurückhaltung das Erreichen des 2%-Inflationsziels hinauszögern und damit die Glaubwürdigkeit der neuen Strategie und Führung der EZB untergraben.

“Ich glaube, die EZB wird ganz anders auf die Probe gestellt werden”, sagt der Allianz-Volkswirt Patrick Krizan. “Die Fed wurde am oberen Ende auf die Probe gestellt, die EZB wird am unteren Ende getestet werden.”

Überschrift des Artikels im Original:Fed History Suggests ECB Won’t Boost Inflation on Guidance Alone

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©2021 Bloomberg L.P.

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