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EZB fordert von Banken in der Eurozone Verzicht auf Dividende bis Januar 2021

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Gebäude der EZB in Frankfurt am Main
Gebäude der EZB in Frankfurt am Main

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Banken in der Eurozone aufgefordert, wegen der Corona-Krise bis Januar 2021 auf die Ausschüttung von Dividenden zu verzichten. Verfügbares Kapital und Gewinne sollen die Institute lieber verwenden, um Verluste abzufedern und die Wirtschaft "in diesen Zeiten außergewöhnlicher Unsicherheit" zu unterstützen, erklärte die EZB am Dienstag in Frankfurt am Main. Der deutsche Bankenverband lehnt ein solch "pauschales Ausschüttungsverbot" ab.

Die Zentralbank verlängerte damit ihre schon im März ausgesprochene Empfehlung; die galt zunächst bis "mindestens Oktober 2020". Die Aufforderung bleibe aber "vorübergehend und außerordentlich", betonte die EZB. Sie werde ihre Empfehlung im vierten Quartal noch einmal überprüfen.

Der Chef der Bankenaufsicht der EZB, Andrea Enria, mahnte in einem Brief an die Geldinstitute, die EZB beobachte die Ausschüttungspolitik der Institute "genau" während der Corona-Krise. Auch vom Rückkauf eigener Aktien sollten die Banken absehen.

Enria erwartet von den Instituten zudem "äußerte Mäßigung" bei der Festlegung der Bonus-Zahlungen an die Manager. Die Folgen solcher Boni für den Ruf einer Bank seien "nicht zu unterschätzen".

Der Bundesverband deutscher Banken nannte ein generelles Ausschüttungsverbot für alle Banken "nicht sinnvoll". Die EZB habe alle erforderlichen Informationen, um einzelne Banken zu einem Ausschüttungsverzicht aufzufordern, erläuterte der Verband.

"Mit einer pauschalen Verlängerung und der möglichen Ausweitung in das Jahr 2021 werden insbesondere institutionelle Investoren unnötig verunsichert", sagte Verbandschef Christian Ossig. Und eine Verunsicherung von Investoren habe zur Folge, dass sich die Refinanzierung der Banken erschwert und verteuert. Hinzu kämen Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Banken, die solchen Restriktionen nicht unterliegen.