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EZB/Enria: Deutsche Bank hatte Problem mit Geschäftsmodell

Steven Arons und Nicholas Comfort
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EZB/Enria: Deutsche Bank hatte Problem mit Geschäftsmodell

(Bloomberg) -- Die Deutsche Bank AG bekommt nach Einschätzung des obersten Bankenaufsehers ihre Probleme in den Griff.

Andrea Enria, Vorsitzender des Aufsichtsgremiums bei der Europäischen Zentralbank, sagte auf einer Konferenz in Rom am Montag, die Deutsche Bank “hatte eindeutig ein Problem mit der Tragfähigkeit ihres Geschäftsmodells”, und die EZB habe die Restrukturierungsbemühungen der Bank “vorangetrieben”.

Die Notenbank betrachte den kürzlich von Vorstandschef Christian Sewing vorgestellten Geschäftsplan “positiv” und die Deutsche Bank komme bei der Umsetzung gut voran, ergänzte Enria am Dienstag in einer Mitteilung per E-Mail, um seine Aussagen vom Vortag zu präzisieren.

“Die Bank hat auch gute Fortschritte bei der Verbesserung der Kontrollen und der Reduzierung ihres Risikoprofils erzielt“, fügte Enria an. “Die jüngste Verringerung der Eigenkapitalanforderungen spiegelt diesen bedeutenden Fortschritt wider.”

Enrias Äußerungen in Rom stellten eine Abkehr von der üblichen Praxis dar, Kommentare zu bestimmten Banken abzulehnen, was er selbst eingestand.

“Natürlich ist es für mich als Aufseher sehr schwierig, öffentlich über eine einzelne Bank zu sprechen, und ich lehne diese Art von Fragen normalerweise ab”, sagte Enria.

“Aber ich würde einfach sagen, dass die Deutsche Bank eine jener Banken ist, die eindeutig ein Problem mit der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells hatte und der Wahrnehmung des Marktes in Bezug auf die langfristige Tragfähigkeit des Geschäftsmodells”, erklärte er weiter.

Wichtige Änderung

“Die niedrige Marktbewertung hat diese Beurteilung widergespiegelt. Die Bank hat nun eine wichtige Änderung ihres Geschäftsmodells vorgenommen, und wir haben diese Änderung vorangetrieben und begleitet.”

Der Vorstandsvositzende Sewing arbeitet derzeit an der tiefgreifendsten Umstrukturierung der Bank seit zwei Jahrzehnten. Bis Ende 2022 will er etwa ein Fünftel der Belegschaft abbauen und rund 6,5 Milliarden Dollar an Kosten einsparen. Den Plan musste er aber schon mehrmals justieren und ein wichtiges Ertragsziel zurückschrauben.

Die EZB hatte in der vergangenen Woche ihre Anforderung gesenkt, wie viel Kapital die Deutsche Bank vorhalten muss, um potenzielle Verluste auszugleichen. Die Bank hat mitgeteilt, dass sie bei der Abwicklung von Vermögenswerten in ihrer Abbaueinheit dem Zeitplan voraus ist.

Überschrift des Artikels im Original:ECB’s Enria Says Deutsche Bank Had Issue with Business Model (1)

--Mit Hilfe von Tommaso Ebhardt und Alberto Brambilla.

Kontakt Reporter: Steven Arons in Frankfurt sarons@bloomberg.net;Nicholas Comfort in Frankfurt ncomfort1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Chad Thomas cthomas16@bloomberg.net, Daniel Schaefer, Iain Rogers

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