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EZB-Direktorin Schnabel hält Zinserhöhung im Juli für möglich

Die Inflation im Euroraum lag im April bei 7,5 Prozent (AFP/PHILIPPE HUGUEN) (PHILIPPE HUGUEN)

EZB-Direktorin Isabel Schnabel hält es angesichts der hohen Inflation im Euro-Raum für erforderlich, den Kurs in der Geldpolitik rasch anzupassen. "Jetzt reicht es nicht mehr zu reden, wir müssen handeln", sagte sie dem "Handelsblatt" vom Mittwoch. "Aus heutiger Sicht halte ich eine Zinserhöhung im Juli für möglich." Zuvor sollten die Nettozukäufe von Anleihen eingestellt werden, voraussichtlich Ende Juni.

Zuletzt hatte die Europäische Zentralbank (EZB) im Jahr 2011 die Zinsen im Euro-Raum angehoben, diesen Schritt aber kurze Zeit später wieder korrigiert. In anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien haben die Notenbanken die Zinsen in diesem Jahr bereits erhöht. Grund ist der weltweite Anstieg der Inflation. Im Euro-Raum erreichte sie im April ein Rekordhoch von 7,5 Prozent.

Der Preisanstieg beschränke sich nicht nur auf Energie und Lebensmittel, sagte Schnabel der Zeitung. "Wir sehen eine Verbreiterung des Inflationsdrucks." Es stehe außer Zweifel, dass höhere Lohnforderungen kommen würden, wenn die Inflation längere Zeit hoch bleibe. "Wir müssen verhindern, dass sich die hohe Inflation in den Erwartungen festsetzt", betonte Schnabel.

Noch würden sich Löhne und Preise nicht gegenseitig hochschaukeln. Geldpolitik müsse aber vorausschauend handeln. "Wir dürfen nicht erst reagieren, wenn eine Lohn-Preis-Spirale bereits in Gang gekommen ist."

ilo/mt

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