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EZB-Direktor drängt Deutschland bei Hilfe für Zypern

Düsseldorf (dapd). Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt schnelle Finanzhilfen für das angeschlagene EU-Mitglied Zypern und macht dabei Druck auf Deutschland. "Ich erwarte, dass das Hilfsprogramm für Zypern Ende März steht", sagte das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen dem "Handelsblatt" . "Damit kein Zweifel aufkommt: Wenn Zypern keine externe Hilfe erhält, rutscht es in die Zahlungsunfähigkeit", erklärte Asmussen.

Zypern braucht rund 17 Milliarden Euro und hat die internationalen Geldgeber schon im Sommer 2012 um Hilfe gebeten. Während in der deutschen Politik ein Rettungspaket für Zypern umstritten ist und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf die Bremse tritt, drängt die EZB zur Eile. "Falls jemand die Hoffnung hat, eine Entscheidung bis nach der Bundestagswahl zu verschleppen: Das wird nicht gehen", sagte Asmussen.

Die Hilfe für Zypern wird skeptisch gesehen, weil das Land im Verdacht steht, ein Anlageplatz für Schwarzgeld zu sein. Der Regierung wird vorgehalten, nicht entschlossen gegen Geldwäsche vorzugehen. Asmussen schlug nun vor, "dass eine große internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft das vor Ort untersucht".

Zypern müsse die Transparenz seines Finanzsektors erhöhen. "Ansonsten wird es bei den Euro-Finanzministern keine Zustimmung für ein Rettungspaket geben", erklärte Asmussen. Ein Hilfsprogramm sei keine Einbahnstraße. "Zyperns Regierung wird harte Auflagen erfüllen müssen", sagte er.

Die Euro-Finanzminister kommen am (heutigen) Montag in Brüssel zusammen. Dabei wird wohl auch wieder über mögliche Hilfen für Zypern gesprochen.

dapd