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EZB-Direktor Asmussen hält Debatte über Währungskrieg für übertrieben

Berlin (dapd). Der deutsche Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, sieht keinen Währungskrieg zwischen den großen Volkswirtschaften der Welt. Eine solche Debatte sei überzogen, sagte Asmussen am Freitag im Deutschlandfunk vor dem Moskauer Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G 20). "Wenn man sich die ruhigen und sachlichen Debatten hier in Moskau beim G 20 anhört, ist das Gerede von einem Währungskrieg weit, weit übertrieben", erklärte Asmussen.

Der EZB-Direktor wandte sich auch gegen ein politisch motiviertes Wechselkursziel für den Euro, das der französische Präsident Francois Hollande ins Spiel gebracht hatte. Die G-7-Gruppe der alten Industriestaaten hatte sich erste Mitte der Woche gemeinsam für marktbasierte Wechselkurse ausgesprochen, nachdem das G-7-Mitglied Japan die Heimatwährung Yen stark abgewertet hatte. "Die Franzosen sind Teil der G 7, insofern haben sie die gemeinsame Erklärung mitgetragen", erklärte Asmussen.

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zerstreute Befürchtungen über einen möglichen Währungskrieg. "Wir wollen nicht staatliche Interventionen in Wechselkurse, sondern wir wollen marktorientierte Wechselkurse", sagte Schäuble am Freitag dem RBB-Inforadio. "Ich bin eigentlich ganz zuversichtlich, dass das auch die gemeinsame Position aller G-20-Staaten in Moskau sein wird."

Die Finanzminister und Notenbankchefs der G-20-Länder kommen am (heutigen) Freitag und Samstag in Moskau zusammen. Anfang September steht ein G-20-Gipfel in Sankt Petersburg an. Russland hat seit Dezember den Vorsitz der Gruppe.

dapd