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Experten über aktuelle Curevac-Studienergebnisse: Insgesamt enttäuschend

·Lesedauer: 3 Min.
Klinische Studie zur Wirksamkeit des Curevac-Impfstoffs im Februar 2021 in Bilbao, Spanien.
Klinische Studie zur Wirksamkeit des Curevac-Impfstoffs im Februar 2021 in Bilbao, Spanien.

Eine erste wissenschaftliche Publikation zur Wirksamkeit des Covid-19-Impfstoffkandidaten des Tübinger Unternehmens Curevac liefert aktualisierte Studienergebnisse. Die Studie erschien in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" als sog. Preprint, die Begutachtung der Fachleute steht also noch aus. Die Daten liefern erste Einblicke in die Ergebnisse der klinischen Studien, die Curevac zwischen Dezember 2020 und April 2021 in Studienzentren in Europa und Lateinamerika durchgeführt hat. Demnach wies CVnCoV, der Impfstoffkandidat von Curevac, eine Gesamteffektivität von 48,2 Prozent auf. Schaut man sich die Wirksamkeit allein in den europäischen Studien an, betrug die Wirksamkeit 43,7 Prozent. In Südamerika lag sie mit 49,2 Prozent knapp unter Grenze von 50 Prozent – das Kriterium für eine Zulassung der Weltgesundheitsorganisation und der US-Zulassungsbehörde.

Während die Tübinger Forscher sich weiterhin um eine Zulassung des Impfstoffs bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) bemühen, sehen Experten anhand der vorliegenden Daten wenig Chancen für eine Zulassung.

Dr. Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektologie in München, behandelte den ersten Corona-Patienten in Deutschland. Wendtner berät Pharmaunternehmen wie Astrazeneca und Biontech, die Covid-19-Impfstoffe herstellen. Über die Curevac-Studienergebnisse sagt er, dass diese deutlich unter den Erwartungen liegen würden. Wendtner erinnert daran, dass die Effizienz der bereits zugelassenen Impfstoffe viel höher liegt – jeweils über 94 Prozent bei den beiden mRNA-Impfstoffen und bei 62 Prozent beim Vektorimpfstoff Astrazeneca. „Insgesamt sind daher die aktualisierten Daten für CVnCoV enttäuschend," sagt Wendtner.

Die Studie sei zu spät gestartet, sagt der Experte

Curevac begründete die niedrige Wirksamkeit mit den unterschiedlichen Virusvarianten, die es mittlerweile gibt. Doch Wendtner hält das für wenig überzeugend. „Auch die real-world evidence an vielen Millionen Impflingen in verschiedenen Ländern zeigt eine gute Wirksamkeit dieser Präparate gegen die neuen Varianten, nicht zuletzt gegen die derzeit prominente Delta-Variante von SARS-CoV-2," sagt der Infektologe.

Auch Dr. Oliver A. Cornely vom Universitätsklinikum Köln hat die Curevac-Studienergebnisse gelesen. Er leitet das Zentrum für klinische Studien in Köln und hält das Curevac-Studiendesign prinzipiell für geeignet. „Die Studie ist aber rückblickend in der Entwicklung der Pandemie zu spät gestartet“, sagt Cornely. Das erklärt aus seiner Sicht die sehr hohe Drop-Out-Rate der Teilnehmer. Die europäische Zulassung der Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca hätte die epidemiologische Situation verändert, sagt der Mediziner. „Es bestanden Alternativen zu Placebo und je mehr Bevölkerungsgruppen ein Impfangebot erhielten, desto rascher gingen der Studie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verloren", sagt Cornely.

Basierend auf den vorliegenden Daten sehen beide Experten geringe Chancen für eine Zulassung des Curevac-Impfstoffs. Wendtner hält die Daten aus der vorliegenden Studie mit CVnCoV in der derzeitigen Form für nicht ausreichend und nicht überzeugend genug für eine Zulassung. „Im Vergleich zu bereits verfügbaren Impfstoffen, nicht zuletzt aus der Wirkstoffgruppe der mRNA-Impfstoffe, sind die Effektivitätsdaten suboptimal, sodass kein Zusatznutzen erkennbar ist“, sagt Wendtner.

Cornely sagt, er sei pessimistisch was die Chancen für eine Zulassung angeht, der Sachverhalt sei aber sehr komplex. „Wenn sich zukünftig Varianten durchsetzen würden, bei denen gerade dieser Impfstoff wirksamer wäre als andere, dann gäbe es eine Anwendung", sagt Cornely. Seit Februar 2021 ist der Impfstoffkandidat von Curevac in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA), einen offiziellen Zulassungsantrag gibt es jedoch bisher nicht.

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