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Ein Experte hat mir Tipps zum Sparen im Supermarkt gegeben — bei meinem letzten Einkauf hätte ich damit 40 Prozent gespart

Einkaufen im Supermarkt gehört zum Alltag — wenn man richtig vorbereitet ist, lässt sich so regelmäßig Geld sparen. - Copyright: gettyimages ; Collage: Dominik Schmitt
Einkaufen im Supermarkt gehört zum Alltag — wenn man richtig vorbereitet ist, lässt sich so regelmäßig Geld sparen. - Copyright: gettyimages ; Collage: Dominik Schmitt

Die Preise für Lebensmittel haben sich in letzter Zeit gefühlt jede Woche erhöht. Die Inflation stieg im vergangenen Monat auf den höchsten Wert seit 40 Jahren, die Preise sind im Vergleich zum März 2021 um 7,1 Prozent gestiegen. Das ist eine extreme finanzielle Belastung für viele Menschen in Deutschland — auch für mich.

Bei meinem letzten Einkauf im Supermarkt habe ich schluckend 65,61 Euro bezahlt und mich über die hohe Summe gewundert. Ich hatte nicht das Gefühl, besonders viel gekauft zu haben, und vermutlich würde ich in den nächsten Tagen schon wieder einkaufen gehen müssen. 65,61 Euro für einen mittelgroßen Einkauf bei Edeka war mir zu viel. Ich wollte meine Ausgaben reduzieren.

Die Preise kann ich zwar gerade nicht ändern, aber mein Kaufverhalten kann ich überdenken. Wo kann ich im Supermarkt Geld sparen, wo habe ich mich zu spontanen Käufen verleiten lassen und was würde ich dadurch sparen können? Um Antworten zu bekommen, habe ich mich an den Konsumpsychologen Oliver Büttner von der Universität Duisburg gewandt.

"Ohne Einkaufsliste werden wir vom Betreten des Ladens bis zur Kasse von dem Supermarkt geführt"

Im Grunde geht es darum, einen Fokus zu entwickeln, sodass man sich nicht ablenken lässt, erklärt mir Büttner: "Je genauer geplant mein Einkauf ist, desto weniger groß ist die Versuchung für Impulskäufe." Das effektivste Mittel, um diesen Fokus herzustellen und beizubehalten, sei die altbekannte Einkaufsliste. Für viele klingt das selbstverständlich, doch sie halte uns von spontanen Käufen ab. Die Versuchung, die Tafel dunkle Schokolade oder das Glas griechischer Oliven doch mitzunehmen, sinke, wenn der Kauf nicht vorher geplant war und sie nicht auf der Einkaufsliste stünden.

"Ohne Einkaufsliste werden wir vom Betreten des Ladens bis zur Kasse von dem Supermarkt geführt und das kann dazu führen, dass wir leichtfertig zu Produkten greifen", sagt Büttner. Besonders Aktionsstände, Probierstände und prominent im Gang platzierte Waren würden zu sogenannten Impulskäufe anregen.

Wenn es eine Ware doch einmal in den Einkaufswagen geschafft hat, würde es Menschen schwerfallen, die Dinge wieder zurückzulegen, weiß Büttner. Es kann helfen, den Einkaufswagen vor dem Bezahlen nochmal zu überprüfen und sich im Zweifel zu überwinden, Dinge auch wieder zurückzustellen.

Sonderangeboten widerstehen — oder zumindest überprüfen

Eine der größten Verlockungen im Supermarkt sind für mich Sonderangebote. Hier sollte man allerdings doppelt aufpassen. Ist die Ware wirklich so viel günstiger? Wenn Premium-Ware reduziert ist, ist sie meist trotzdem teurer als die Pendants billigerer Marken. Dazu kommt, dass gerade auch Sonderangebote zu Impulskäufen verleiten. Büttner sagt dazu: "Auch wenn etwas stark reduziert ist, sollte ich mir die Frage stellen, was spare ich, wenn ich es gar nicht kaufe."

Einen klaren Plan zu haben und sich von den Tricks der Supermärkte abzuschotten, hilft also immens, wenn ihr weniger Geld ausgeben wollt. Doch auch die aktuellen Umstände können dazu führen, dass man mehr kauft, als man braucht. Die Rede ist vom Hamstern. "Wenn ich Sorgen habe, dass das Sonnenblumenöl knapp wird und mir fünf Flaschen Öl kaufe, ist das für einen Einparteien-Haushalt wenig sinnvoll", sagt Büttner. Schließlich ist nicht gesagt, wie lange die Knappheit anhält und sollte man zu viel kaufen, hat man Öl zu einem Zeitpunkt mit überdurchschnittlichen Preisen gekauft. Noch teurer könnte es werden, wenn die Produkte ablaufen, bevor man sie benutzt.

Mit den Tipps von Büttner im Ohr, schaue ich mir meinen Einkauf von letzter Woche nochmal genauer an. Was wäre, wenn ich sie umgesetzt hätte?

40 Prozent hätte ich letzte Woche mit den Tipps von Büttner gespart

Ich habe im Edeka 65,61 Euro für Nudeln, Obst, Milch, Eier, Kaffee und andere Dinge ausgegeben. Mein Gefühl beim Einkaufen war: Das brauche ich alles. Allerdings zeigt sich bei genauem Hinschauen, dass das nicht stimmt. Hätte ich die Tipps von Büttner vorher gekannt oder beherzigt, hätte ich meiner Beispielrechnung nach vermutlich 26,17 Euro gespart — satte 40 Prozent des gesamten Einkaufs.

Ohne Einkaufsliste bin ich losgezogen — laut Büttner schon mal ein erster Fehler. Direkt hinter dem Eingang, bei der Obst- und Gemüseauslage, tappte ich dann auch schon in die erste Falle. Die Granatapfelkerne, die ich für 1,99 Euro gekauft hatte, waren ein klarer Impulskauf. Ich wollte am Abend einen Couscous Salat machen und griff spontan zu, als ich sie sah. Dass ich zu Hause schlichtweg vergessen habe, sie in den Salat zu tun, ist umso bitterer, denn das zeigt, ich hätte sie tatsächlich gar nicht gebraucht.

Ähnlich ging es mir in der Käseabteilung, als ich Mozzarella und Feta kaufte. Dass ich nicht beide Sorten in den Salat schneiden werde, hätte mir auffallen können, ist es aber nicht. Die von Büttner angepriesene Einkaufsliste hätte mir geholfen, das zu erkennen.

Beim Kaffee sparen, lohnt sich

Danach stöberte ich planlos weiter durch den Supermarkt und stieß auf ein im Gang platzierten Stand mit Kaffee aus einer Privatrösterei. 8,29 Euro pro 250 Gramm Packung ist ganz schön happig. Dafür kommt der Kaffee aus Indonesien, ist Bio und wurde in Berlin geröstet. Weil mein Kaffeekonsum hoch ist, kaufte ich gleich zwei Packungen. Gegenüber meiner Standard-Kaffeesorte, die 4,99 Euro pro 500 Gramm Packung kostet, habe ich so 11,59 Euro mehr ausgegeben. Kann man machen, sollte man aber nicht, wenn man sparen will.

Die von Büttner erwähnten Hamsterkäufe haben auch mich beeinflusst. Gleich zwei Flaschen Rapsöl habe ich gekauft, obwohl ich normalerweise nur eine eingepackt hätte - und diese bei einem 1-Personen-Haushalt wie mir auch lange reicht. Hier hätte ich besser gewartet mit dem Öl-Kauf, bis die Preise wieder sinken und nur eine Flasche gekauft.

Vor dem Nudelregal griff ich zu den Nudeln der Premium-Marke, die im Angebot waren, aber immer noch deutlich teurer als die Hausmarke. Es folgten impulsive Griffe zu Babybel und Peperonis, die ich auch nicht wirklich brauche, aber mit knurrendem Magen vor dem Regal nicht stehen lassen konnte.

Ich habe insgesamt 26,17 Euro mehr ausgegeben, als ich es hätte tun müssen. Man kann ja ruhig den teureren Kaffee, die teureren Nudeln oder auch ein Glas Peperoni kaufen. Man sollte sich nur bewusst machen, dass das deutlich mehr Geld kosten kann und sich die verschiedenen Extraausgaben läppern.

Bei einer Inflation von über sieben Prozent, bin ich gezwungen, mehr auf mein Geld zu achten. Bei meinem gestrigen Einkauf habe ich eine Einkaufsliste geschrieben und mich auch an sie gehalten. An der Kasse bezahlte ich dieses Mal 25 Euro (allerdings bei einer anderen Produktauswahl und Menge) und musste nicht schlucken — und ein Glas Peperoni konnte ich trotzdem mitnehmen. Auf die Babybel und den teuren Kaffee habe ich aber bewusst verzichtet.

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