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Exklusiv: Unu bekommt 18 Millionen – und stampft Sharing-Sparte ein

·Lesedauer: 2 Min.
Pascal Blum hat Unu 2013 zusammen mit Elias Atahi gegründet. Mittlerweile führt Blum das Unternehmen zusammen mit Mathieu Caudal.
Pascal Blum hat Unu 2013 zusammen mit Elias Atahi gegründet. Mittlerweile führt Blum das Unternehmen zusammen mit Mathieu Caudal.

Das Berliner E-Moped-Startup Unu hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Wie Gründerszene vorab erfuhr, haben die Bestandsinvestoren rund 18 Millionen Euro beigesteuert.
Investiert sind unter anderem der Berliner VC Capnamic Ventures, der französische Geldgeber Iris Capital und der niederländische Risikokapitalgeber Ponooc. Neu eingestiegen ist ein strategischer Investor aus Singapur. Mit dem frischen Kapital will Unu die Produktion seiner Fahrzeuge beschleunigen und sich wieder auf sein B2C-Geschäft konzentieren.

Warum Unu die Notbremse ziehen musste

Die Auslieferung der neuen Roller-Generation sollte eigentlich Ende 2019 beginnen. Die Corona-Pandemie sorgte jedoch für immense Lieferschwierigkeiten. Zunächst hatten Sharing-Partner erste Chargen des vernetzten E-Mopeds ausgeliefert bekommen. „Wir haben uns ehrlich gesagt mit unserer Strategie verzettelt“, sagt Mitgründer Pascal Blum gegenüber Gründerszene. „Wir sind in vier Märkte gegangen, haben einen neuen Roller gebaut und gleichzeitig eine Sharing-Lösung entwickelt.“ Privatkunden warten weiterhin auf ihre vorbestellten Roller. Nun lenkt der Unu-Gründer ein und zieht Konsequenzen.

Die 2019 gestartete Sharing-Sparte wird bis auf Weiteres komplett eingestellt. Die Belegschaft wurde von knapp 120 auf etwa 85 Mitarbeiter reduziert. Die Verträge mit den niederländischen Partnern seien gekündigt worden, sagt Blum. Die anfänglich für die Sharing-Partner vorgesehenen Roller sollen nun an die Privatkunden ausgeliefert werden. „Im Sharing-Geschäft würden wir zum auswechselbaren Zulieferer, bei dem die Marke, das Design oder die Qualität wenig zählen.“ Hier gehe es vor allem um den Preis und Kapazitäten, um zu skalieren. „Das steht im starken Kontrast zum Privatkundengeschäft und wir hätten viele Kompromisse eingehen müssen“, sagt Blum. Aus diesem Grund habe man sich trotz „starker Nachfrage“ gegen das Sharing-Geschäft entschieden.

Ziel sei es nun, das B2C-Geschäft anzukurbeln. „Einige unserer Zulieferer haben uns depriorisiert, weshalb wir die Roller nicht pünktlich fertigstellen und ausliefern konnten. Wir mussten um jedes einzelne Teil kämpfen“, sagt Blum rückblickend. Die Produktion habe Monate lang stillgestanden. Um die Lieferketten zu verbessern, habe man sich den strategischen Partner aus Singapur ins Boot geholt. „Für das erste Halbjahr haben wir nun schon alle Teile zusammen, um die Roller fertigstellen und Mitte Februar ausliefern zu können“, so Blum.

https://youtu.be/z1ZR7lWcq3o

Unu zieht sich teilweise aus ausländischen Märkten zurück

Unu bietet für seine Roller ein Werkstätten-Netzwerk, das im Zweifelsfall vor Ort Reparaturen durchführt und Ersatzteile liefert. „Wir haben in den Niederlanden und Frankreich ein zu großes Netzwerk von Partnerwerkstätten und Sharing-Kooperationen aufgebaut“, sagt Blum. Jetzt rudern die Berliner zurück. Das Geschäft in den Niederlanden wird komplett eingestellt, in Frankreich soll nur noch Paris im Fokus stehen. „Experimente und neue Märkte widmen wir uns erst wieder, wenn wir die Auslieferung unseres neuen Roller-Modells im Griff haben“, sagt Blum. Wie viele Kunden auf ihre Roller warten, möchte Blum nicht kommunizieren. Nur so viel: „Wir werden dieses Jahr wohl nicht die 10.000 erreichen.“

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