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Ex-N26-Manager holt sich weitere Millionen für Produktivitäts-App Amie

Amie-Gründer Dennis Müller. - Copyright: Amie
Amie-Gründer Dennis Müller. - Copyright: Amie

Das Berliner Startup Amie sichert sich in einer Seed-Finanzierungsrunde umgerechnet 6,8 Millionen Euro (sieben Millionen US-Dollar). Mit an Bord sind prominente Investoren aus dem Silicon Valley. So führt etwa der US-Kapitalgeber Spark Capital die Runde an, der Firmen wie Twitter, Snapchat, Slack, Discord und Coinbase mitfinanziert hat. Hierzulande ist der VC auch in Firmen wie Getyourguide, Tourlane oder Cosuno investiert.

Außerdem steckt Hanno Renner sein Geld in die Berliner Firma. Der Gründer und Investor hat dem Münchener HR-Startup Personio zum Unicorn-Status verholfen. Mitinvestiert ist außerdem der CEO von Vercel und der schwedische VC Creandum. Der Frühphaseninvestor hat vor zwei Jahren die Pre-Seed-Runde angeführt. Damals flossen 1,2 Millionen Euro in Amie, unter anderem vom ehemaligen N26-US-Manager Nicolas Kopp, sowie den drei Gründern des Logistik-Unicorns Sennder.

Hinter der Produktivitäts-App steckt Dennis Müller. Der aus Osnabrück stammende Gründer war zuvor Produkt-Manager bei N26. Mit seiner Firma tüftelt er nun an einer App, die Funktionen von Kalender und To-Do-Listen in einem Tool vereinen soll.

Müller will Programmen wie Outlook oder Google-Kalender Konkurrenz machen

Wieso? Für Müller erscheint es unlogisch, sowohl eine Kalender-App als auch eine To-Do-Liste zu führen. „Ich trage meine To-Do's immer direkt im Kalender ein", sagt er im Gespräch. Dazu gehören auch alltägliche Dinge wie E-Mails beantworten, Einkaufen fahren, ja sogar schlafen.

Da kommen viele Bullet-Points an einem Tag zusammen. Und die passen so häufig nicht in die Kästen von Outlook oder der Kalender-App von Google. Gibt es dann auch noch Planänderungen, müssen Nutzer manuell eingreifen und Termine schieben. Da passiert wenig automatisch.

Mit der App von Amie sollen Prozesse wie Terminvereinbarungen und -Verschiebungen in nur wenigen Klicks automatisch umsetzbar sein. Zudem sollen sich die Kalender mit denen von Freunden oder Kollegen verbinden lassen, Notizen und Geburtstage teilen und wiederkehrende Erinnerungen unkompliziert und in schönesm Design erstellen lassen.

Auf Investorenreise in den USA

Mit dem Produkt reiste Müller dieses Jahr ins Silicon Valley, um Spark Capital und Business Angel Guillermo Rauch von seiner Idee zu überzeugen. Dabei habe er kein Pitchdeck benötigt, lediglich ein „Mini-Deck“, wie er es bezeichnet. Also ein paar Slides mit einzelnen Wörtern oder Bildern darauf, um die Funktionsweise der App zu erklären. „Das war auch ein Grund, weshalb ich in den USA nach Investoren gesucht habe. Anders als in Europa wollen sie sehen, was du gebaut hast", erklärt der Gründer seine Reise nach San Francisco.

Amie ist bereits online, allerdings nicht für jeden zugänglich. Interessierte Nutzer können sich derzeit auf eine Warteliste setzen lassen. Wie viele Kunden sich bereits auf der Warteliste eingetragen haben, möchte der Gründer nicht verraten. Das Geld aus der Finanzierungsrunde will Müller nun unter anderem ins Marketing investieren. Obendrein soll das Amie-Team, das ist Berlin sitzt, von derzeit elf auf 20 Mitarbeiter erweitert werden.