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Ex-FlowTex-Chef Schmider legt zum Prozessauftakt Geständnis ab

Mannheim (dapd). Der wegen schweren Bankrotts und Geldwäsche angeklagte frühere FlowTex-Geschäftsführer Manfred Schmider hat zum Prozessauftakt am Montag die Vorwürfe eingeräumt. Nach dem Geständnis darf der 63-Jährige nun auf eine Bewährungsstrafe hoffen.

Der wegen des FlowTex-Skandals bereits vorbestrafte Schmider sagte am Landgericht Mannheim, er habe 2005 vier Gemälde von Marc Chagall und einen Geländewagen im Wert von rund 2,1 Millionen Euro in die Schweiz zu seiner damaligen Frau schaffen lassen, um damit den Zugriff durch Gläubiger auf die Vermögenswerte zu verhindern.

Zuvor hatte die Vorsitzende Richterin der Wirtschaftsstrafkammer dem Angeklagten im Falle eines vollen Geständnisses eine "Freiheitsstrafe im bewährungsfähigen Bereich" angeboten. Schmider und sein Anwalt stimmten dem zu. Das Urteil soll voraussichtlich am 23. Januar gesprochen werden.

Der im Jahr 2000 aufgeflogene FlowTex-Betrug mit fingierten Bohrsystemen gilt als einer der größten Fälle von Wirtschaftskriminalität in Deutschland. Schmider und seine Komplizen hatten über Jahre hinweg mit Bohrsystemen gehandelt, die zum großen Teil gar nicht existierten. Schmider wurde wegen Betrugs zu elf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Inzwischen befindet er sich wieder auf freiem Fuß. Dass er seine Vermögenswerte 2005 in die Schweiz schaffte, war durch einen früheren Mithäftling Schmiders herausgekommen.

Bereits vor Verhandlung Gespräche zwischen Prozessbeteiligten

Bereits vor dem neuen Prozess hatte es Gespräche zwischen dem Gericht, der Staatsanwaltschaft und dem Verteidiger Schmiders gegeben, wie die Richterin sagte. Schmiders Anwalt Alexander Keller sagte: "Wir sind schon nach diesen Gesprächen zu der Übereinstimmung gekommen, dass wir dem Vorschlag des Gerichts zustimmen werden." Die Strafe könnte nun zwischen einem Jahr und neun Monaten sowie zwei Jahren liegen. Ursprünglich hatten dem Angeklagten bis zu fünf Jahre Gefängnis gedroht.

Schmider, der momentan auf Mallorca lebt und nach eigenen Angaben Geld von seiner Familie erhält, bedauerte vor Gericht seine Vergehen. Er habe einen großen Fehler begannen, sagte er. Er habe seiner Frau eine Freude machen wollen. "Wir hatten damals ein angespanntes Verhältnis, und ich hatte Angst, sie zu verlieren", sagte Schmider, der zum damaligen Zeitpunkt eine Haftstrafe wegen des FlowTex-Betrugs absaß.

Schmiders Anwalt geht nach eigenen Angaben davon aus, dass es sich um das "endgültig letzte Verfahren" gegen seinen Mandanten handelt.

dapd

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