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EVP-Fraktionschef Weber: Müssen Luftfahrt vor Zukäufen aus China schützen

Lufthansa-Maschine am Flughafen München

Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber (CSU), hat davor gewarnt, dass China die Schwächung europäischer Airlines durch die Corona-Krise ausnutzen werde. "Jetzt in der Krise wird die globale Wirtschaftsmacht neu verteilt", sagte Weber der "Bild"-Zeitung vom Freitag. "Wir müssen jetzt strategisch unsere Firmen stützen und stärken. Wenn wir die europäische Luftfahrt schwächen, dann werden ausländische Anbieter, vielleicht auch aus China, zu den Gewinnern zählen".

Lufthansa-Gesamtbetriebsratschef Christian Hirsch warnte eindringlich vor den Folgen der Auflagen, die die EU-Kommission der Airline im Gegenzug für das staatliche Rettungspaket auferlegt hat. Die Konkurrenten Alitalia, Air France, Ryanair und Easyjet hätten allesamt staatliche Hilfe bekommen, sagte Hirsch der "Bild". "Gleichzeitig sind das aber auch genau die Airlines, die sich wohl auf unsere Slots bewerben werden."

Hirsch bekräftigte: "Ich kann da nur den Kopf schütteln: Mir kommt es so vor, als würden wir dafür bestraft werden, gut gewirtschaftet zu haben. Das ist unfair." Die Lufthansa wird nach einer entsprechenden Einigung zwischen der Bundesregierung und der EU-Kommission nach eigenen Angaben jeweils bis zu vier Flugzeuge in Frankfurt und in München abgeben - an die acht Maschinen sind je drei Slots am Tag gebunden, also Start- und Landerechte.

Die Lufthansa ist von der Corona-Krise schwer getroffen. Die Konzernführung rechnet mit einem nötigen Abbau von 22.000 Vollzeitstellen. Das Rettungspaket des Bundes hat einen Umfang von neun Milliarden Euro, die Aktionäre der Lufthansa müssen aber noch zustimmen. Die Hauptversammlung ist am 25. Juni.