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Evergrande-Crash: Solltest du dich von REITs und Immo-Aktien trennen?

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REIT
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Ob ein Evergrande-Crash bevorsteht, das wissen wir natürlich nicht mit Sicherheit, fest steht jedoch, dass REITs und Immobilienaktien inzwischen mehr in den Fokus rücken. Auch dieser chinesische Name ist schließlich mit der Immobilienwirtschaft eng verwoben. Wobei die 300 Mrd. US-Dollar an Schulden und ein möglicher Zahlungsausfall Unsicherheit verbreiten.

Aber sollten Foolishe Investoren bei einem möglichen Evergrande-Crash REITs und Immobilienaktien lieber meiden? Das ist grundsätzlich eine interessante Frage. Mein Tenor ist: nein, langfristig orientiert nicht. Wobei dieses Kapitel die Sinne dafür schärfen kann, was bei der Auswahl der eigenen Aktien eigentlich wichtig ist.

Evergrande-Crash: Kühler Kopf bei REITs & Immo-Aktien

Grundsätzlich sollten wir den Evergrande-Crash möglicherweise als das ansehen, was er in erster Linie ist: eine mögliche unternehmensorientierte Pleite. Das Management hat mit 300 Mrd. US-Dollar an Schulden definitiv einen großen Berg angehäuft. Möglicherweise und je nach Ausgang hat das Auswirkungen auf den gesamten Immobilienmarkt. Oder auch auf die Geldgeber. Zweifellos könnte es auch weitere Kreise ziehen, als wir bislang erkennen können.

Trotzdem bin ich zunächst ein Fan davon, auch mit Blick auf REITs und Immo-Aktien die Füße still zu halten. Wenn es keinerlei direkte Verbindung zu dem chinesischen Konzern gibt, könnten die Investitionsthesen weiterhin bestehen bleiben. Ein sich verändernder Immobilienmarkt könnte zwar zu Wertminderungen und Abschreibungen führen. Und damit verbunden zu Verlusten. Solange bei Real Estate Investment Trusts und Immobilienkonzernen die Funds from Operations jedoch positiv bleiben, verändert sich nichts. Auch höhere Leerstandsquoten muss man als Investor nicht durch ein Kapitel wie einen Evergrande-Crash zwangsläufig fürchten. Die meisten Mieter benötigen ihre Immobilien auch weiterhin.

Defensive Qualität und Klasse hat sich auch in den letzten Krisen als Schutz herausgestellt. Bekannte Namen wie Realty Income sind zwar im Zuge der Pleite von Lehman Brothers und ausgelöst von einer Subprime-Krise aktienkurstechnisch korrigiert. Die Dividende ist jedoch beispielsweise stets nachhaltig geblieben. Indikatoren, die zeigen: Qualität ist ein wichtiges Merkmal.

Aber: Fokus auf Qualität

Das, was ein möglicher Evergrande-Crash jedoch zeigt, ist, worauf man als Investor seinen Fokus legen sollte. Für mich ist die Verschuldung eines Immobilienkonzerns oder eines Real Estate Investment Trusts jetzt wieder vermehrt etwas, das ich in den Fokus rücke. Sowie die unternehmensorientierte Qualität und der jeweilige Ansatz.

Wer das beherzigt, der braucht als langfristiger Investor solche Schlagzeilen nicht zu fürchten. Wie gesagt: Vielleicht wird es rummelig. Selbst in dem gesamten Markt. Qualität besitzt jedoch gute Chancen, sich durchzusetzen. Ein wichtiger, zeitloser Key-Take-Away-Part, den ich als Investor stets bedenke, wenn sich dunkle Wolken abzeichnen.

Der Artikel Evergrande-Crash: Solltest du dich von REITs und Immo-Aktien trennen? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von Realty Income. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

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