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Europas Banken vor Kapitalentlastung bei Staatsbond-Verlusten

Silla Brush und Alexander Weber

(Bloomberg) -- Die europäischen Banken könnten in Kürze eine Entlastung bei den Kapitalanforderungen für ihre Staatsanleihen-Bestände erhalten. Diplomaten unterstützen eine Reihe von Maßnahmen, mit denen die Branche vor den Nachbeben der Coronavirus-Pandemie geschützt werden sollen.

Die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union wollen die “erheblichen negativen Auswirkungen” auf die Kapitalanforderungen der Banken, die sich durch etwaige Verluste mit Staatsanleihen ergeben könnten, ausgleichen. Das geht aus einem Bloomberg vorliegenden Dokument hervor, das die diese Woche erzielte Einigung zusammenfasst.

Die hohe Volatilität an den Märkten für Staatsanleihen drohe die Kapazität der Banken zur Kreditvergabe einzuschränken, heißt es in dem Dokument - just während die Regierungen auf der ganzen Welt darauf zählen, dass die Finanzhäuser den Kreditfluss in der Wirtschaft aufrechterhalten. Daher soll ein so genannter “Prudential Filter” die Banken vorübergehend von den Auswirkungen auf ihre Kapitalquoten befreien, wenn ihre Portfolios an Staatsschulden an Wert verlieren würden.

Eine Gruppe von Abgeordneten im Europäischen Parlament in Brüssel hat die Regelung diese Woche ebenfalls unterstützt. Damit könnte innerhalb weniger Tage eine endgültige Einigung erzielt werden. Spanien und Italien gehörten laut einem separaten Dokument während der Debatten in den letzten Wochen zu den wichtigsten Befürwortern des Vorstoßes.

Der Schritt ist eine späte Ergänzung eines Maßnahmenbündels, mit dem die Regulierungslast für Banken gemildert werden soll. Sie erhalten große Erleichterungen bei der Verschuldungsquote, zusätzliche Flexibilität beim Umgang mit notleidenden Krediten sowie Kapitalersparnis bei Software-Investments und Krediten an kleine Unternehmen.

Überschrift des Artikels im Original:European Banks Are Set for Relief on Sovereign Bond Holdings (1)

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