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Euro-Kurs gefallen

Nach schlechten US-Arbeitsmarktdaten von Freitag hatten sich die Reaktionen am Devisenmarkt zunächst in Grenzen gehalten.

In den beiden Währungen wird ein Großteil der weltweiten Transaktionen abgewickelt. Foto: dpa

Der Kurs des Euro ist am Montag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0824 (Freitag: 1,0843) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9239 (0,9223) Euro.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87875 (0,87535) britische Pfund, 116,16 (115,34) japanische Yen und 1,0519 (1,0529) Schweizer Franken fest.

Zunächst hielten sich die Reaktionen am Devisenmarkt nach schlechten Arbeitsmarktdaten aus den USA vom vergangenen Freitag noch in Grenzen. In den USA war die Zahl der Beschäftigten im April wegen der Coronakrise im Rekordtempo gefallen.

Marktbeobachter sprachen von einer etwas verbesserten Stimmung an den Finanzmärkten zum Wochenauftakt. Sie verwiesen auf Aussagen der chinesischen Notenbank, die in einem am Wochenende veröffentlichten Bericht weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Auswirkungen der Coronakrise in Aussicht gestellt hatte. Nach den Aussagen machten Anleger einen Bogen um den japanischen Yen, der als vergleichsweise sichere Anlage in Krisenzeiten gilt.

Euro-Wechselkurs beeinflusst Inflation nur wenig

Eine am Montag veröffentlichte Studie der EZB belegt, dass der Einfluss des Euro-Wechselkurses auf die Inflation im Euro-Raum abgenommen hat. Zwar führe eine schwächere Gemeinschaftswährung innerhalb eines Jahres zu einem Anstieg der Importpreise im Euro-Raum, die Auswirkungen auf die allgemeinen Verbraucherpreise (HVPI) seien dagegen gering, schreiben die Fachleute der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die EZB hält bereits seit längerem ihre Geldschleusen weit offen. Der Leitzins liegt seit März 2016 sogar auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Dennoch verfehlt die EZB seit Jahren ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent, das sie als optimal für die Wirtschaft erachtet.

US-Präsident Donald Trump hatte der Euro-Notenbank bereits mehrfach vorgeworfen, sich mit einem schwächeren Euro-Wechselkurs unfaire Vorteile auf dem Weltmarkt beschaffen zu wollen. Die EZB hatte diese Vorwürfe jedoch stets zurückgewiesen.

Laut der Studie führt eine Abwertung des Euro um ein Prozent innerhalb eines Jahres im Schnitt zu einem Anstieg der Importpreise im Währungsgebiet und in den Mitgliedsländern um 0,30 Prozent.

Die Verbraucherpreise nähmen dagegen im gleichen Zeitraum im Schnitt lediglich um 0,04 Prozent zu. Im untersuchten Zeitraum liege der Einfluss auf die allgemeine Teuerungsrate sogar „nicht immer erheblich verschieden von null,“ schreiben die Autoren. Die geschätzten Werte lägen zudem im Vergleich mit anderen derartigen Untersuchungen am unteren Ende.