Deutsche Märkte öffnen in 2 Stunden 27 Minuten

Euro steigt auf den höchsten Stand seit April 2018

·Lesedauer: 2 Min.

Die europäische Gemeinschaftswährung steigt über die Marke von 1,23 Dollar. Hauptthema am Devisenmarkt ist die Stichwahl zum US-Senat im Georgia.

Der Kurs des Euro hat am Mittwoch seinen Höhenflug der vergangenen Handelstage fortgesetzt und einen mehrjährigen Höchststand erreicht. Zeitweise stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2349 US-Dollar und damit so hoch wie zuletzt im April 2018. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2338 (Dienstag: 1,2271) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8105 (0,8149) Euro.

Der Euro hat damit das jüngste Hoch, das erst vor wenigen Tagen erreicht worden war, klar übertroffen. Nach wie vor profitiert die Gemeinschaftswährung von einer ausgeprägten Schwäche des amerikanischen Dollars, der zu allen wichtigen Währungen unter Druck stand. Zuletzt wurde der Greenback durch die politische Entwicklung in den USA belastet.

Der künftige US-Präsident Joe Biden kann sich Hoffnungen machen, mit der Kontrolle der Demokraten über den Senat seine politischen Ziele besser durchsetzen zu können. Dies könnte nach Einschätzung von Experten höhere Staatsausgaben und eine stärkere Inflation zur Folge haben. Bei Stichwahlen im Bundesstaat Georgia galt einer der demokratischen Senats-Kandidaten am Mittwoch bereits als Sieger, der andere baute seinen Vorsprung bei den Auszählungen schrittweise aus. Sollten beide Sitze an die Demokraten gehen, darf Biden auf deutlich weniger Widerstand im Senat hoffen.

Am Nachmittag musste der Euro allerdings einen Teil seiner frühen Gewinne wieder abgeben. Am Markt wurde auf eine leichte Gegenbewegung verwiesen. Zuvor war der Euro auch durch Konjunkturdaten etwas gestützt worden. In der Eurozone hatte sich die Unternehmensstimmung im Dezember trotz der zweiten Welle in der Corona-Pandemie aufgehellt, allerdings weniger stark als erwartet. Nach wie vor ist die Stimmung unter den Dienstleistern wesentlich schlechter als in der Industrie, die weniger stark von den Corona-Beschränkungen betroffen ist.