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Euro über 1,11 US-Dollar – Kritik an US-Zinssenkung

Experten kritisieren die amerikanische Notenbank Fed für die Zinssenkungen vom Dienstag. Der Euro sinkt leicht, hält sich aber über der 1,11 US-Dollar-Marke.

In den beiden Währungen wird ein Großteil der weltweiten Transaktionen abgewickelt. Foto: dpa

Der Euro hat sich am Mittwoch trotz leichter Verluste über der Marke von 1,11 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1150 Dollar und damit etwas weniger als am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1117 Dollar festgesetzt.

Am Dienstag war der Euro zeitweise über die Marke von 1,12 Dollar gestiegen, nachdem die amerikanische Notenbank Fed in einem außerplanmäßigen Schritt ihren Leitzins deutlich um 0,50 Prozentpunkte gesenkt hatte. Notenbankchef Jerome Powell erklärte den Schritt mit den wirtschaftlichen Risiken, die die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus darstelle. Die US-Aktienmärkte profitierten nur kurz von der Lockerung und schlossen mit deutlichen Verlusten.

Fachleute fanden nicht nur lobende Worte für die Fed. Expertin Silvia Dall'Angelo vom Investmenthaus Federated Hermes sprach von einer überstürzten Reaktion, da die Auswirkungen der Virus-Krise noch nicht klar seien. Allianz-Chefökonom Ludovic Subran warf die Frage auf, ob die Fed sich mit ihrem Vorgehen nicht noch mehr in die politische Schusslinie bringe. US-Präsident Donald Trump hatte unmittelbar nach der Fed-Entscheidung weitere Zinssenkungen gefordert.