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EU-Staaten ringen um Fangquoten - Klöckner erwartet lange Nacht

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BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Staaten ringen weiter um die Fischfangquoten für das kommende Jahr etwa für die Nordsee und den Atlantik. "Heute wird voraussichtlich ein langer Tag werden", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch vor dem zweiten Tag der Beratungen mit ihren EU-Kollegen in Brüssel. Vor allem die Verhandlungen um die Nordsee-Quoten sind vor dem Hintergrund der noch laufenden Brexit-Verhandlungen kompliziert. Denn noch ist völlig unklar, ob Fischer aus EU-Staaten wie Deutschland oder Frankreich ab Januar überhaupt Zugang zu britischen Hoheitsgewässern haben werden.

Klöckner, die am Mittwoch ihren 48. Geburtstag feierte, kündigte an, dass es am Mittwoch in großer Runde zunächst um einen ersten Kompromissvorschlag gehen solle. Im Laufe des Tages dürften weitere Gespräche in kleinerer Runde und neue Kompromissvorschläge folgen. "Das kann bis spät in die Nachtstunden gehen." Weil Deutschland noch bis Ende des Jahres turnusgemäß den Vorsitz der EU-Staaten innehat, leitet Klöckner die Verhandlungen.

Sie betonte, es müsse eine Balance zwischen Umweltschutz und sozioökonomischen Fragen gefunden werden. "Mit einer Überfischung ist niemandem geholfen." Es sei wichtig, dass europäische Fischer auch ab Januar noch fischen dürften. Dies sei untersagt, wenn es keine Einigung auf die Quoten gebe.

Klöckner und ihre Kollegen verhandelten neben Quoten für die Nordsee und das Mittelmeer auch jene für den Atlantik und das Schwarze Meer. Grundlage der Verhandlungen ist eine Vorlage der EU-Kommission, die in erster Linie auf Empfehlungen des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES) beruht. Die EU-Staaten legen auf dieser Grundlage jedes Jahr die sogenannten zulässigen Gesamtfangmengen fest. Etliche Fischbestände befinden sich in eher schlechtem Zustand. Deshalb geht es vor allem darum, die Interessen der Fischereiindustrie mit Umweltbelangen in Einklang zu bringen.

Weil die EU und Großbritannien noch über einen Handelsvertrag für die Zeit ab 2021 verhandeln, können Ergebnisse für die Nordsee und den Atlantik nur vorläufig sein. Auch Gespräche mit Norwegen, das ebenfalls in diesen Gewässern fischt, stehen anschließend noch aus.