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EU-Spitze sieht Trumps G7-China-Falle, kann sie aber kaum meiden

John Follain, Ania Nussbaum und Arne Delfs
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die europäischen Staats- und Regierungschefs wollen vermeiden, bei Donald Trumps Choreographie eines Anti-China-Gipfels in Washington in die Enge getrieben zu werden.

Als Gastgeber des diesjährigen G7-Treffens darf der US-Präsident einladen, wen immer er als Gast haben möchte. Aber seine Überlegungen, Staatslenker aus Russland, Australien, Indien und Südkorea einzuladen, Chinas Xi Jinping jedoch die kalte Schulter zu zeigen, haben in den europäischen Hauptstädten die Alarmglocken schellen lassen.

Die Teilnehmerliste sei ein klarer Ausdruck seines Wunsches, das Treffen für eine antichinesische Kampagne zu nutzen, sagten europäische Diplomaten, die entschlossen sind, sich nicht vor Trumps Karren spannen zu lassen.

Falle

Einer beschrieb die Pläne als Falle, ein anderer sagte, es sei ein Wahlmanöver, weil Trump im November eine zweite Amtszeit anstrebt. Beide betonten, dass die Europäische Union eine moderatere Haltung anstrebe als die USA und ihren wirtschaftlichen Beziehungen zu Peking mehr Bedeutung beimesse.

Um sich aus der Zwangslage zu befreien und den diplomatischen Schaden zu begrenzen, wenden sie eine Reihe von Taktiken an - von Hinhalten über das Beharren auf dem G7-Regelwerk bis hin zum Versuch, den sprunghaften Präsidenten auf eine bestimmte Tagesordnung festzulegen.

Konventionelle diplomatische Manöver reichen jedoch möglicherweise nicht aus, um einen US-Präsidenten an die Kandare zu nehmen, der in der Vergangenheit kaum Rücksicht auf das Protokoll nahm und wahrscheinlich in einem erbitterten Wiederwahlkampf steckt, falls und wenn das Treffen anberaumt wird.

Unter normalen Umständen wäre eine Absage die nukleare Option, die wahrscheinlich Vergeltungsmaßnahmen der USA nach sich ziehen würde. Mit dem Coronavirus als Feigenblatt könnte es für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel oder den französischen Präsidenten Emmanuel Macron dennoch ein verlockender Ausweg sein.

Das für November in Saudi-Arabien geplante G20-Treffen bietet ein weiteres Schlupfloch. Da alle G7-Mitglieder dort sein werden und auch China, könnten sich die Europäer auf den Standpunkt stellen, dass ein zusätzlicher Gipfel nicht nötig sei.

Überschrift des Artikels im Original:EU Leaders See Trump’s G-7 China Trap But They May Not Evade It

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