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EU ringt um neue Regeln für Fischer

Brüssel (dapd). Jahr für Jahr werfen Europas Fischer Tausende Tonnen zu kleiner oder irrtümlich gefangener Fische gleich nach dem Einholen der Netze wieder über Bord. Der übergroße Teil der Fische ist zu diesem Zeitpunkt schon tot. Nun beraten die EU-Fischerei-Minister über neue Regeln gegen diese Praxis. Am Dienstag rangen sie in Brüssel um einen Zeitplan für die Einführung von Rückwurf-Verboten. So wollen sie verhindern, dass unbeabsichtigt gefangener Fisch (Beifang) wieder im Meer landet.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) appellierte vor dem Treffen an ihre Amtskollegen, die Reform "zügig und mutig zu vollenden". Für die Rückwurf-Verbote forderte Aigner einen ehrgeizigen und verbindlichen Zeitplan. "Hier darf es keine faulen Kompromisse zulasten der Nachhaltigkeit geben."

Sie wies darauf hin, nur wenn die Fischer alle gefangenen Fische anlandeten, könne die Wissenschaft die Entwicklung der Bestände richtig analysieren und fundierte Empfehlungen für die nachhaltige Bewirtschaftung geben.

"Keine verwässerte Reform"

Nach Angaben des CDU-Europa-Abgeordneten Werner Kuhn werden gegenwärtig etwa 460.000 Tonnen meist schon toter Beifang zurück ins Meer geworfen. Das entspreche 23 Prozent der gesamten europäischen Anlandungen von durchschnittlich zwei Millionen Tonnen Fisch.

Die schleswig-holsteinische SPD-Europa-Abgeordnete Ulrike Rodust kündigte an, sie werde keine verwässerte Reform der EU-Fischereipolitik hinnehmen. Sie leitet die Verhandlungen für das EU-Parlament. "Einige Mitgliedsstaaten versuchen die irische Präsidentschaft dazu zu bringen, mehr Schlupflöcher in den vereinbarten Gesetzestext einzubauen", sagte Rodust. Das Parlament sei zu einem vernünftigen Kompromiss bereit, "aber ich glaube, es wird schwierig, einen Text anzunehmen, der den Rückwurf von bestimmten Fischarten ohne jegliche Einschränkung erlaubt".

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte, die Fischereiminister von Frankreich, Portugal und Spanien lehnten die Reform "immer noch hartnäckig ab". Sie seien aber einem zunehmenden Gegenwind anderer Länder ausgesetzt, sagte Greenpeace-Sprecherin Saskia Richartz. Denn Deutschland, Dänemark, Schweden, Österreich und Ungarn hätten sich für die weitreichenden Reformvorschläge des Parlaments starkgemacht.

EU-Parlament stimmte für ehrgeizige Reform

Falls sich die Staaten einigen, müssen sie sich mit dem EU-Parlament verständigen. Die Parlamentarier hatten Anfang Februar für eine ehrgeizige Reform gestimmt. Demnach soll das Rückwurf-Verbot ab 2014 schrittweise für einzelne Fischarten und Fanggebiete eingeführt werden und bis 2017 vollständig umgesetzt sein.

Das Parlament sprach sich außerdem für ein Ende der Überfischung aus. Ab 2015 sollen keine überhöhten Fangquoten mehr möglich sein. Auch in Gewässern von Drittländern darf die EU nicht mehr zur Überfischung beitragen. Regelbrecher sollen in Zukunft keine Fördermittel mehr aus Brüssel erhalten, damit sich die Fischbestände bis 2020 erholen.

dapd

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