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EU-Parlamentarier kritisieren Debatte um Fleischersatz-Bezeichnungen

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BRÜSSEL (dpa-AFX) - Verschiedene EU-Parlametarier haben die Diskussion um die Bezeichnung pflanzlicher Lebensmittel kritisiert. "Wir halten die ganze Debatte für völlig überflüssig", sagte der FDP-EU-Abgeordnete Jan-Christoph Oetjen der Deutschen Presse-Agentur. Am Freitag stimmt das Europaparlament über einen Gesetzesentwurf ab, nach dem pflanzliche Lebensmittel wie Veggie-Würste keine tierisch anmutenden Bezeichnungen mehr tragen dürfen. "Wir sind überzeugt, dass sich der Bürger selbst ein Bild machen kann", so Oetjen. Schließlich wisse der Verbraucher auch, dass man Scheuermilch nicht trinken könne.

Auch Grünen-Europapolitiker Martin Häusling stellte die Debatte um die Bezeichnungen in Frage. Er glaube nicht, dass es bei Veggie-Burgern und Burgern aus Fleisch zu Verwechslungen kommen könnte, so Häusling.

Vor allem Landwirtschaftsverbände hatten vorab Werbung für das Verbot der Fleischbezeichnungen für Ersatzprodukte gemacht. Es ginge nicht darum, den Veggie-Markt auszubremsen, betonte der Vorsitzende des Agrarausschusses des Europaparlaments, Norbert Lins (CDU), vor dem Votum. Er forderte jedoch Klarheit bei den Bezeichnungen. "Wir wollen die Bezeichnung "reiner" Fleischprodukte schützen, während das Ersatzprodukt für Fleischzubereitungen das "Veggie-Label" führen sollte." Das Ergebnis der Abstimmung wird für Freitagmittag erwartet.

Der Gesetzesvorschlag ist Teil eines Berichts zur Gemeinsamen Agrarreform (GAP) der Europäischen Union, über die das Parlament in dieser Sitzungswoche abstimmt. Die EU-Abgeordneten entscheiden mit ihrem Votum über den Standpunkt des EU-Parlaments, mit dem es anschließend in die Verhandlungen mit EU-Rat und -Kommission geht. Dass es der Gesetzesentwurf dann auch in das endgültige Reformpaket zur EU-Agrarpolitik schafft, ist nicht sicher.