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Die EU-Länder im Vergleich: Wer impft schneller gegen Covid-19?

·Lesedauer: 3 Min.

Experten sind sich einig: Der einzige Ausweg aus dem Covid-19-Albtraum besteht darin, so schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich zu impfen.

Lange lag Großbritannien in Bezug auf die absolute Zahl der Impfungen vorn. Das Land hatte seinen ersten COVID-19-Impfstoff am 2. Dezember, also fast drei Wochen vor der EU, zugelassen. Ein halbes Jahr später hatten mehrere Länder die Briten beim Impftempo eingeholt.

Inzwischen sind vielerorts Auffrisch-Impfungen - also eine dritte Dosis - in Planung oder haben bereits begonnen.

Wie viel Prozent der Bevölkerung ist vollständig geimpft?

Der Nachteil an dieser Grafik ist, dass sie mehr über die Impfstrategie eines Landes aussagt als über den Erfolg nach dem Start der Impfkampagne.

Die Impfstrategie einiger europäischer Länder sah zunächst vor, so vielen Menschen wie möglich eine Erstimpfung zu verabreichen und den Abstand zur Zweitimpfung maximal auszudehnen.

Für eine vollständige Immunisierung sind bei dreien von den vier in der EU zugelassenen Impfstoffen zwei Injektionen erforderlich. Lediglich beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Impfdosis für einen vollständigen Impfschutz aus. Und wer mit letzerem geimpft ist, soll in vielen Staaten jetzt ein Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (BioNTech/Pfizer oder Moderna) bekommen.

In Europa führen Malta, Island und Spanien die Liste der Länder an, in denen die meisten Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft sind.

Sollen die Reichen mehr Rücksicht nehmen?

Schon oft wurden Vorwürfe laut, dass seit der Einführung der Corona-Impfungen deren Verteilung weltweit zu einer "Impfstoff-Apartheid" führt.

Die WHO hat sich gegen die Auffrisch-Impfungen ausgesprochen, solange in vielen ärmeren Staaten nur wenige Menschen geimpft sind.

Um zu sehen, was in Europa passiert ist, haben wir das Pro-Kopf-BIP eines Landes mit der Anzahl der verabreichten Impfstoffe pro 100.000 Menschen verglichen.

Ein paar der ärmeren Länder - gemessen an den Standards der Europäischen Union - hat später mit den Impfungen begonnen und hat zudem weniger Menschen erfasst. Die Liste umfasst Länder wie die Ukraine, Moldawien, Albanien, Montenegro und Belarus.

Serbien und Luxemburg gehören zu den Ausreißern in der Tabelle.

Ersteres hat, gemessen an seinem Wohlstand, überdurchschnittlich oft geimpft.

Bei letzterem ist es genau umgekehrt: Es ist das reichste der vorgestellten Länder, hat aber eine unterdurchschnittliche Impfrate.

Gleiches Spielfeld?

Die Einschränkung bei vergleichenden europäischen Daten wie diesen ist, dass nicht jedes Land zur gleichen Zeit mit den Impfungen begonnen hat.

Die Übersicht weiter unten gibt einen Blick darauf, wer einen Vorsprung vor anderen Ländern hatte.

In Deutschland wurde die erste Corona-Impfung am 26. Dezember 2020 verabreicht. In Österreich war es der 27. Dezember 2020. In der Schweiz erfolgte der offizielle Impfstart am 4. Januar 2021.

Welche Gruppen wurden zuerst geimpft?

Ein weiterer interessanter Indikator ist, welche Personengruppe jedes Land als erste mit dem COVID-19-Impfstoff geimpft hat.

Die hier herangezogenen Länder teilen sich zu gleichen Teilen in medizinisches Fachpersonal und ältere Menschen auf. Während in Deutschland und Österreich Senior:innen in den Genuss der ersten Corona-Impfungen kamen, wurde in der Schweiz mit der Impfung "besonders gefährdeter Personen" begonnen. Dazu gehörten neben Senior:innen auch Pflegepersonal und "Personen mit chronischen Krankheiten mit höchstem Risiko, unabhängig vom Alter".

Die Türkei, Serbien, Tschechien und Bulgarien haben eine andere Strategie gewählt. Sie entschieden sich dafür, den Impfstoff zuerst an Politiker zu verabreichen. Damit sollen offenbar die Ängste einer impfskeptischen Bevölkerung zerstreut werden.

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