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EU-Länder einigen sich auf Blitz-DNA-Tests

Brüssel (dapd). Mit sofortigen Gentests an verarbeiteten Rindfleischprodukten in der ganzen EU soll rasch Klarheit über das Ausmaß des Pferdefleischskandals geschaffen werden. Die Ländervertreter verschärften am Freitag auf einer Dringlichkeitssitzung entsprechende Kommissionsvorschläge. Statt am 1. März sollen nun schon ab sofort EU-weit mindestens 4.500 Stichproben von Rindfleischgerichten genommen werden, um herauszufinden, ob in der Lasagne oder dem Hamburger nicht doch Pferdefleisch steckt. Die "überwältigende Zahl" der Mitgliedsstaaten hätten sich dahinter gestellt, verlautete aus Diplomatenkreisen.

Gesundheitskommissar Tonio Borg hatte am Mittwoch zunächst 2.500 Proben empfohlen. Wie viele DNA-Analysen die einzelnen Länder machen sollen, muss die Kommission nun noch mitteilen. In Deutschland wird bereits getestet und die Vorgaben der Kommission seien Mindestwerte, es könnten auch mehr Proben genommen werden, hieß es aus Delegationskreisen.

Parallel zu den Gentests werden in Schlachthäusern und in die EU importiertem Pferdefleisch weitere Proben genommen, um zu prüfen, ob das Fleisch mit dem Arzneimittel Phenythbutazon belastet ist. Das entzündungshemmende Mittel wird auch als Doping eingesetzt und macht das Fleisch ungenießbar. Statt der insgesamt 4.000 von Borg empfohlenen Tests soll nun eine Stichprobe pro 50 Tonnen Pferdefleisch genommen werden, was rund einem Prozent der verarbeiteten Pferde entspreche.

Die Tests müssen zu 75 Prozent von den Mitgliedsländern bezahlt werden, ein Viertel steuert die EU-Kommission bei.

dapd

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