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EU-Kommission will Methan-Ausstoß senken

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Nasa-Illustration zu Methan-Emissionen
Nasa-Illustration zu Methan-Emissionen

Die EU-Kommission hat sich vorgenommen, den Ausstoß von Methan in der Europäischen Union deutlich zu reduzieren. "Methangas ist das zweitwichtigste Treibhausgas nach CO2", sagte Energie-Kommissarin Kadri Simson am Mittwoch in Brüssel. Um die gemeinschaftlichen Klimaziele zu erreichen, müsste der Ausstoß um ein Drittel reduziert werden. Brüssel will dafür zunächst vor allem im Energiesektor ansetzen, Auflagen für die Landwirtschaft sind vorerst nicht geplant.

Die Kommission schlug unter anderem vor, Energie-Unternehmen zur Überwachung und raschen Reparatur von Lecks in Gasinfrastruktur zu verpflichten. Auch werde "eine Gesetzgebung zum Verbot des routinemäßigen Abfackelns und Auslassens in Betracht gezogen". Einen weiteren Fokus legt Brüssel auf Energieimporte: "Im Dialog mit internationalen Partnern" sollen mögliche Standards, Ziele und Anreize untersucht werden, um den Ausstoß von Methan entlang der Lieferkette zu reduzieren.

Methan trägt als Treibhausgas maßgeblich zum Klimawandel bei. Das Gas (CH4) entsteht zwar auch in der Natur, etwa in Sümpfen und Seen. Etwa 60 Prozent der weltweiten Emissionen sind aber auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Dazu zählen insbesondere die Viehzucht, aber auch der Reisanbau, die Nutzung fossiler Energieträger, Müllverbrennung, Industrie und Verkehr.

Für die Landwirtschaft als größter Verursacher von Methan-Emissionen sieht die Kommission keine Auflagen vor. Zunächst solle die Datenlage verbessert und die Forschung an technischen und natürlichen Lösungen vorangetrieben werden, erklärte die Behörde.

Der Vorsitzende des Agrarausschusses im EU-Parlament, Norbert Lins, begrüßte diesen Ansatz. "Eine einheitliche und übersichtliche Datenlage über die Methanemissionen in Europa ist das A und O für maßgeschneiderte Regeln", erklärte der CDU-Politiker.

Die Grünen-Europaabgeordnete Jutta Paulus warf der EU-Kommission hingegen vor, nur an der Oberfläche zu kratzen: Die Behörde "beschränkt sich auf Statistik und Kleinigkeiten". "Wir brauchen klare Vorgaben und Ziele, um den Methanausstoß in der Energiewirtschaft, im Agrarbereich und bei Abfällen und Abwasserbehandlung zu senken."

Für dieses Jahr rechnen Forscher wegen der Corona-Pandemie mit einem Rückgang des Methan-Ausstoßes. Grundsätzlich nimmt der Methan-Gehalt in der Atmosphäre aber tendenziell zu. Derzeit werden Studien zufolge weltweit durchschnittlich rund 50 Millionen Tonnen mehr pro Jahr produziert als in den Jahren 2000 bis 2006. Diese Entwicklung läuft dem Pariser Klimaabkommen zuwider, das eine Beschränkung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad vorsieht.

pe/jm