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EU-Kommission will auch die Meereswirtschaft "grün" machen

·Lesedauer: 2 Min.
EU-Umweltkommissar Sinkevicius

Fischerei, Schiffsbau, Tourismus oder Energiegewinnung: Die EU-Kommission will die Nutzung der Meere und Küsten in ihre Klimapolitik einbeziehen. Die Behörde stellte am Montag eine Strategie für eine "nachhaltige blaue Wirtschaft" vor, die maßgeblich dazu beitragen soll, dass Europa bis zum Jahr 2050 klimaneutral wird.

"Verschmutzung, Überfischung und die Zerstörung von Lebensräumen gepaart mit den Auswirkungen der Klimakrise bedrohen die reiche maritime Artenvielfalt, von der die blaue Wirtschaft abhängt", erklärte Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans. "Wir müssen umsteuern und eine nachhaltige blaue Wirtschaft entwickeln, in der Umweltschutz und wirtschaftliche Aktivitäten Hand in Hand gehen."

Die Kommission setzt dabei auch auf das Meer als Ort nachhaltiger Energieproduktion. Wind-, Meereswärme- und Gezeitenkraftwerke könnten "2050 ein Viertel der Elektrizität der EU erzeugen", erklärte die Behörde. Weiterer Schwerpunkt soll Kreislaufwirtschaft sein, etwa durch ein besseres Recycling ausgemusterter Schiffe.

Auch die Schifffahrt soll durch CO2-Reduktionen zu den EU-Klimazielen beitragen. Nicht die Rede ist bisher aber von ihrer Einbeziehung in den EU-Emissionshandel, die von Umweltschützern und auch dem Europaparlament gefordert wird.

Auch die Häfen, Tourismus und Fischerei müssten "ihren Umwelt- und Klima-Fußabdruck verringern", sagte Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius. Dies müsse aber gleichzeitig mit "neuen wirtschaftlichen Perspektiven" einhergehen. Die Kommission will dabei insbesondere die Entwicklung von Aquakulturen fördern.

Nach Kommissionsangaben arbeiten 4,5 Millionen Menschen direkt in der Meeres- und Fischereiwirtschaft. Den jährlichen Umsatz bezifferte die Behörde mit rund 650 Milliarden Euro.

Um den Umbau in eine "nachhaltige blaue Wirtschaft" zu finanzieren, soll ein neuer EU-Fonds geschaffen werden und sich die Europäische Investitionsbank und der Europäische Investmentfonds stärker in dem Bereich engagieren. Zudem forderte die Kommission die Mitgliedstaaten auf, solche Projekte in ihre Ausgabenpläne für den Corona-Hilfsfonds aufzunehmen.

mt/ilo