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EU-Agentur: Mehr Augenmerk auf Naturschutzgebiete

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KOPENHAGEN (dpa-AFX) - Die europäischen Naturschutzgebiete müssen aus Sicht der EU-Umweltagentur EEA besser verwaltet werden. Dazu gehörten klare Ziele für den Erhalt von Tier- und Pflanzenvielfalt, erklärte die EEA am Dienstag in Kopenhagen. Nur so könnten die Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 erreicht werden. Die EU-Staaten hatten sich eigentlich verpflichtet, bis 2015 das Management für 60 Prozent ihrer Natura-2000-Schutzgebiete zu prüfen. Tatsächlich gibt es der EEA zufolge aber nur Bewertungen für weniger als 8 Prozent.

Überwachung und Meldeverfahren müssten EU-weit koordiniert und verbessert werden, heißt es in dem Bericht. Auch fehle es mitunter an Pflegemaßnahmen und Daten zum Erhalt der Lebensräume. Die EU-Staaten sind aufgerufen, Vogelschutzgebiete und sogenannte Fauna-Flora-Habitat-Areale (FFH) auszuweisen und Pläne für deren Erhalt vorzulegen. Diese sollen im Rahmen des europäischen Netzwerks Natura 2000 miteinander vernetzt werden.

Insgesamt stehen rund 18 Prozent der Land- und Meeresfläche der EU unter Schutz - das entspricht mehr als 27 000 FFH- und Vogelschutzgebieten. In Deutschland gibt es nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz von 2019 insgesamt 5200 Schutzgebiete. Beispielsweise sind große Teil der Nord- und Ostseeküste als FFH- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

Die Grünen-Europaabgeordnete Jutta Paulus mahnte, bedrohte Arten und Ökosysteme auch tatsächlich zu schützen. "Die wohlklingendste EU-Biodiversitätsstrategie wird wertlos, wenn Schutzmaßnahmen weder definiert noch umgesetzt werden", sagte Paulus. Dazu müsse die EU auch ausreichend Geld zur Verfügung stellen.