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ETFs sind „dummes Geld“ – und das ist auch gut so!

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Kleinanleger Crash
Kleinanleger Crash

Einen ETF (börsengehandelter Fonds) zu kaufen ist für viele Börseneinsteiger ein großer Schritt. Nicht mehr nur an der Seitenlinie stehen, sondern mittendrin im Marktgetümmel – daran muss man sicher erst mal gewöhnen!

Trotzdem haben ETF-Käufer oft den Spott auf ihrer Seite. „ETFs sind dummes Geld“ – das sagen vor allem Fondsverwalter, die ihre Kunden nicht an die passive Konkurrenz verlieren wollen.

Prinzipiell stimmt das sogar. Hinter einem Index-ETF steckt kein schlauer Superinvestor, der mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl die Fäden zieht. Doch das kann durchaus ein Vorteil sein.

Der Faktor Mensch ist ein Problem

Wer eine Entscheidung treffen muss, kann Fehler machen. Insbesondere in einem Umfeld, das die Zukunft kauft und verkauft.

Der willige Investor hat die Auswahl zwischen Tausenden Aktien. Welche kann eine maximale Rendite in möglichst kurzer Zeit liefern? Welche wird womöglich das investierte Kapital komplett vernichten?

Die Entscheidung fällt schwer. Denn die Verantwortung für etwaige Verluste hat man ganz allein zu tragen. Wer die Kauf-Order initiiert, trägt die Gesamtlast der Konsequenzen. Wer so viel Druck hat, macht leicht Fehler.

Wer hingegen Anteile eines Index-ETF erwirbt, kann sich ein Stück weit von dieser Verantwortung freimachen. Das Regelwerk allein entscheidet, welche Aktien gekauft werden. Der Faktor Mensch ist eliminiert.

Ein ETF ist oft gut genug

Eine Investition auf Autopilot. Wer will denn so etwas?

Ganz einfach: Jeder, der verstanden hat, dass der humanoide Entscheidungsprozess extrem fehleranfällig ist. Ja, es gibt auch Börsenlegenden wie Warren Buffett. Investoren dieses Kalibers schlagen ihr ganzes Leben lang den Markt.

Aber wie viele Warren Buffetts gibt es wirklich? Und wie hoch ist die Chance, dass der nächstbeste Fondsverwalter oder gar man selbst in diese großen Fußstapfen treten kann?

Manchmal ist es tatsächlich besser, wenn man etwas hat, das möglichst wenig Fehler macht. Dass diese Sache gleichzeitig kein Genie sein kann, versteht sich von selbst. Doch oft ist gut genug eben völlig ausreichend.

Das dumme Geld ist erstaunlich rentabel

Es ist auch nicht so, dass man sich bei einem ETF für nichts entscheidet. Man entscheidet sich für ein klar definiertes Regelwerk.

Im Falle eines DAX-ETF entscheidet man sich dafür, dass nur Aktien von Unternehmen mit Sitz in Deutschland gekauft werden dürfen. Oder Aktien, die immerhin den Großteil des Handelsvolumens an der Börse Frankfurt abwickeln. Zudem sollte ein Streubesitz von mindestens 10 % nicht unterschritten werden.

Der Kampf um die wenigen Plätze im Index wird über den Börsenumsatz und über die Streubesitz-Marktkapitalisierung ausgefochten. Mehr als 10 % darf eine einzelne Position allerdings nicht einnehmen.

Diese Regeln mögen sehr grob erscheinen. Trotzdem konnte man mit einem DAX-ETF auf Sicht der vergangenen zehn Jahre eine Rendite von über 100 % abräumen (Stand: 29.03.2021).

Da hat das dumme Geld aber erstaunlich gut abkassiert. Ob da viele Fondsverwalter mithalten konnten? Es würde mich überraschen.

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