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ETF-Investoren, aufgepasst! 3 Dinge, die ihr bei der Analyse der Passivfonds unbedingt beachten solltet!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Mithilfe eines oder auch mehrerer ETFs ein Vermögen aufzubauen kann grundsätzlich ein einfaches Unterfangen sein. Als Investor sucht man sich dabei das gewünschte Produkt aus, bespart es regelmäßig oder investiert auch bloß einmalig und gibt seinem passiven Produkt dann ausreichend Zeit, sein volles Potenzial zu entfalten. Wie gesagt, eigentlich recht einfach.

Nichtsdestoweniger existieren bei der Auswahl des gewünschten Produktes einige Dinge, die man beachten kann, um möglicherweise einen besseren oder renditeträchtigen Fonds oder Index zu erwischen. Werfen wir in diesem Sinne heute einen Foolishen Blick auf drei wichtige Aspekte, die es dabei zu beachten gilt, die häufig jedoch eher nebensächlich bleiben.

1. Die Allokation

Zugegeben, eine gesunde, solide und häufig breite Diversifikation wird von vielen ETF-Investoren bei der Auswahl ihrer Passivfonds angestrebt. Und, zugegeben, grundsätzlich gibt es auch wenig daran auszusetzen. Vor allem wenn man Regionen und Branchen miteinbezieht, kann man dabei prinzipiell solide von weniger starken ETFs trennen. Jedoch gibt es möglicherweise einen Aspekt, der noch wichtiger ist als die Diversifikation.

Nämlich die Allokation. Hinter diesem Begriff versteht man, welchen Anteil welche Aktien an dem jeweiligen Fonds ausmachen. Gerade viele marktbreite Passivfonds verschiedener Regionen besitzen nämlich starke Schwerpunkte bei der Top-Position. Oder aber bei den Top-3-Positionen oder auch bei den Top-10-Positionen. Entsprechend kann es sich anbieten, hier näher hinzusehen.

Ein starker, diversifizierter Passivfonds, der möglicherweise über mehrere Tausend Aktien gestreut ist, bringt schließlich reichlich wenig, wenn die Top-10 überspitzt gesagt 50 % der gesamten Performance ausmachen. In einem solchen Fall ist man doch stark abhängig von Einzelperformances, was man eigentlich durch eine breite Streuung umgehen wollte.

2. Das Fondsvolumen und die Gebühren

Eine zweite Sache, auf die man stets einen Blick riskieren sollte, sind außerdem Fondsvolumen und Gebühren der jeweiligen Passivfonds. Häufig besteht zwischen diesen beiden Faktoren auch ein gewisser Zusammenhang. Bei einem niedrigen Volumen sind die Gebühren nämlich meist höher, auch ein passiver Fonds muss in irgendeiner Weise schließlich Geld verdienen. Alleine deshalb empfiehlt sich hier ein näherer Blick.

Allerdings gibt es auch andere Gründe, weshalb man diesen beiden Analysepunkten mehr Aufmerksamkeit widmen sollte. Bei einem niedrigeren Volumen des jeweiligen Fonds könnte nämlich die Gefahr bestehen, dass dieser aufgrund seiner wenig vorhandenen Attraktivität für die Fondsgesellschaft aufgelöst wird. Klar, in diesem Fall bekommst du zwar dein Geld zurück, allerdings wirst du mindestens nach einem neuen ETF Ausschau halten müssen. Je nach Marktphase vielleicht sogar Buchverluste realisieren müssen.

Die Gebühren hingegen schmälern deine Rendite. Selbst kleinere prozentuale Veränderungen können dabei langfristig einen bedeutenden Unterschied machen, entsprechend empfiehlt es sich hier, genauer hinzusehen und zu vergleichen.

3. Achte auf andere Angebote

Apropos vergleichen: Grundsätzlich kann es immer einen Blick wert sein, ob es gleiche oder ähnliche Angebote auch bei anderen Anbietern gibt. Viele Themen oder Indizes werden schließlich nicht bloß von einem Fondshaus angeboten, sondern von mehreren. Teilweise mit bedeutenden Unterschieden.

Einerseits können es so natürlich die Gebühren sein, die hierbei variieren. Günstig ist prinzipiell zwar nicht immer besser, allerdings häufig, weshalb hier ein Blick lohnt. Andererseits existieren jedoch auch Faktoren wie der Tracking Error oder eben das Fondsvolumen, das sich unterscheiden kann. Das gilt es ebenfalls zu berücksichtigen.

Nicht der erstbeste ETF muss daher zwingend immer die bestmögliche Entscheidung sein. Ein, zwei Blicke links und rechts können so manches Mal auch andere, attraktive und vor allem ähnliche Angebote mit besseren Konditionen offenbaren. Kleiner Tipp: ETF-Vergleichsportale können dabei starke Anlaufstellen sein.

Etwas Analyse für mehr Ertrag und Sicherheit!

Wer daher bei der Auswahl seiner ETFs zumindest ein kleines bisschen mehr Zeit und Arbeit nicht scheut, könnte langfristig eine bessere Entscheidung treffen. Das kann nicht bloß mehr Ertrag bedeuten, sondern auch mehr Sicherheit. Zwei Aspekte, die wohl auch passive Investoren häufig anstreben dürften.

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