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ETF, Aktien & Co.: Diese Pläne könnten die private Altersvorsorger attraktiver werden lassen!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Als Investor und privater Altersvorsorger ist man eigentlich doppelt in den Po gekniffen. Einerseits versucht man, mithilfe von privaten Altersvorsorgelösungen, die in den aktuellen Zeiten der niedrigen Zinsen noch eine Rendite abwerfen, einen Ausweg aus der Rentenlücke zu finden. Ab dem ersten Euro nach Ausschöpfung des jeweiligen Freibetrags ist jedoch der Fiskus da und möchte seinen Anteil abhaben. Eine effektive Altersvorsorge wird steuerlich erschwert.

Nichtsdestoweniger könnte Bewegung in diese Diskussion kommen, die es Privatinvestoren und Foolishen Anlegern erleichtern könnte, auf eigene Faust vorzusorgen. Schauen wir im Folgenden einmal, was wir diesbezüglich wissen sollten.

Spannende diskutierte Pläne!

Wir Fools sind definitiv keine politischen Wesen, allerdings ist es schon bemerkenswert, welche Pläne insbesondere die CSU in Zeiten verfolgt, in denen leider sogar eine Steuer auf Aktienkäufe Realität werden soll. Und das von einer Partei, die sich den sozialen Frieden auf die Fahnen geschrieben hat.

Jedenfalls wird wohl innerhalb der Parteibasis  gegenwärtig diskutiert, ob man für eine Rückkehr zur sogenanten Spekulationsfrist ist oder aber zumindest dafür werben will. Soll übersetzt heißen: Möglicherweise könnten auf Kapitalerträge keine Steuern mehr anfallen, sobald eine gewisse Haltefrist überwunden ist. Die derzeitigen medial diskutierten Pläne sehen dabei wohl eine Frist von fünf Jahren vor, was gewiss ein Foolisher Zeitraum ist.

Natürlich, solche Pläne sind gerade erst am Entstehen, aber bemerkenswert wären sie dennoch. Denn unterm Strich könnte das die Euphorie für Börsen und Rendite wieder entfachen, auch wenn dieses Vorhaben natürlich noch den politischen Weg gehen muss und möglicherweise von Kompromissen begleitet werden wird. Allerdings sind die Forderungen der CSU nicht die ersten Anzeichen einer solchen Reformbestrebung, Christdemokraten und insbesondere Friedrich Merz, der dabei als Blackrock-Funktionär (wieso auch immer) in Ungnade gefallen ist, haben sich für eine solche Reform bereits einmal stark gemacht.

Ein starker Anfang!

Ein solches gesetzliches Vorhaben wäre gewiss als starker Anfang zu werten. In Zeiten der immer weiter klaffenden Rentenlücke, die möglicherweise bereits mehrere Hundert Euro beträgt, ist das steuerliche Sanktionieren von eigener Vorsorge mithilfe von Steuern ein falscher Ansatz. Auch wenn das noch so gut gemeint, auch im Sinne der Finanzierung der Grundrente, gewesen ist.

Mit steuerfreien eigenen Aktien wäre zwar ein beachtlicher Meilenstein zur privaten Altersvorsorge getan, jedoch erst ein Anfang. Diskutiert werden sollten vielleicht auch noch Lösungen, wie man Dividenden in eine solche Regelung mit einbeziehen kann, da viele Investoren auch durch die Generierung passiver Dividendeneinkünfte einen Ausgleich erzielen. Oder aber auch anderweitige Formen.

In den USA haben sich System wie sogenannte 401k-Lösungen oder auch IRAs etabliert, die bestimmte Vermögen steuerlich privilegieren. Vielleicht wäre auch eine Adaption solcher konkreten Formate eine Option, oder aber ein Kompromiss, sollte irgendjemand hier eine soziale Gerechtigkeitslücke  vermuten. Begrüßenswert wären derartige Konzepte auf jeden Fall.

Weiter so, Politik!

Wie gesagt, wir Fools sind keine politischen Wesen, allerdings sind die derzeitigen Pläne, die die CSU hat, spannende Vorhaben, die der drohenden Rentenlücke effektiv etwas entgegensetzen könnten. Oder zumindest den Weg frei macht hin zu einer starken, eigenen und privilegierten Vorsorge.

Entsprechend heißt es weiter so! Ich bin jedenfalls gespannt, was aus diesen nun diskutierten Plänen wird. Und ob sie nicht letztlich doch im Dickicht politischer Diskussionen versinken, was wirklich sehr schade wäre.

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