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Erster deutscher Bürgerrat für Klimapolitik gestartet

·Lesedauer: 1 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Der erste bundesweite Bürgerrat für Klimapolitik hat am Montag seine Arbeit aufgenommen. Ziel sei es, Lösungen im Kampf gegen die Erderwärmung zu finden und "gesellschaftliche Konflikte" in "tragbare Kompromisse" umzuwandeln, sagte der ehemalige Bundespräsident und Schirmherr des Bürgerrats, Horst Köhler, in der Bundespressekonferenz in Berlin. Bei dem Klimawandel handele es sich um die "schwerste Krise aller Zeiten". "Der nötige Umbau verlangt Politik und Gesellschaft vieles ab."

Für den Bürgerrat geben 160 Bürgerinnen und Bürger Empfehlungen für die deutsche Klimapolitik in der kommenden Legislaturperiode ab. Die Teilnehmer werden zwischen Mai und Juni zufällig ausgelost. "Wir haben unter anderem Tramfahrer aus Berlin dabei, wir haben eine Rentnerin aus Hessen dabei", sagte die Sprecherin Rabea Koss.

In der Diskussion um Maßnahmen für den Klimaschutz sei es wichtig, von ""Fake News" zu "Fact News"" zu kommen, bekräftigte der Nachhaltigkeitsforscher Ortwin Renn. Die 160 Teilnehmer sollen "mit der besten wissenschaftlichen Expertise" ihre "eigenen Bewertungen machen", wie Deutschland die Ziele des Pariser Klimaabkommens einhalten kann.

Skeptiker des menschengemachten Klimawandels sollen dabei nicht ausgeschlossen werden, wie Renn betonte. "Nahezu alle Argumente, die sogenannte Klimaskeptiker vorgebracht haben", stellten sich inzwischen "als nicht haltbar" heraus. Dennoch gebe es Unsicherheiten etwa bei der Frage, wie sich der Klimawandel regional auswirke. Deshalb wolle man auch Wissenschaftler dabei haben, "die vielleicht Dinge weniger dramatisch sehen als andere."

Die Ergebnisse will der Rat Ende Juni zusammenführen und im Herbst allen Parteien des Bundestages überreichen. Zwingend daran halten müsse sich die Bundesregierung zwar nicht. Aber: "Ich glaube, es besteht eine klare Verpflichtung, wenn man von diesen Empfehlungen abweicht, auch sehr genau zu begründen, warum man abweicht", so Renn.