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Erst die Inflation, nun die "Shrinkflation": Verbraucherschützer warnen vor Preistricks bei Lebensmitteln

Weniger Inhalt, gleicher Preis: Immer mehr Lebensmittel-Hersteller tricksen bei ihren Produkten. Verbraucherschützer sehen ein neues Ausmaß.

Süßigkeiten in einem Schaufenster eines Kölner Kiosk. Unter anderem Süßwarenhersteller Haribo verringert seine Packungsinhalte. - Copyright: picture alliance/Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres
Süßigkeiten in einem Schaufenster eines Kölner Kiosk. Unter anderem Süßwarenhersteller Haribo verringert seine Packungsinhalte. - Copyright: picture alliance/Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Haribo ist das prominenteste Beispiel. Der Süßwarenkonzern macht gute Umsätze, sieht sich aufgrund der Inflation aber zu Preiserhöhungen gezwungen. Geschehen soll das über verringerte Produktmengen – etwa bei den Haribo-Goldbären. Statt 200 Gramm soll eine Tüte künftig nur noch 175 Gramm wiegen. Immerhin: Haribo-Deutschland-Chef Gordon Kaup hat dies in der „Lebensmittelzeitung“ offen angekündigt. Die Verkleinerung soll auch für die Kunden transparent gestaltet werden, sagte Kaup. Die neuen Verpackungen sollen demnach erkennbar kleiner sein.

Nicht immer ist das im Lebensmittel-Handel jedoch der Fall. Verbraucherschützer beklagen zunehmend eine sogenannte "Shrinkflation" – also das Verringern von Produktinhalten bei gleichbleibendem Preis. Für die Kunden ist das eine versteckte, weil nicht sofort nachvollziehbare, Preiserhöhung.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat diese etwa bei der Margarinen-Marke Rame des Herstellers Upfield festgestellt. Der Inhalt einer Packung sei von 500 auf 400 Gramm verringert worden, der Preis pro Packung aber gleich geblieben, berichten die Verbraucherschützer. De facto ein Preisanstieg von 25 Prozent. Auch bei anderen Upfield-Marken wie Sanella, Lätta und Becel sei der Packungstrick angewandt worden. Hier lägen die versteckten Preisanstiege zwischen elf und 25 Prozent.

Verbraucherzentrale warnt: "Die Anbieter nutzen viele Tricks"

Auch die Verbraucherzentrale Hessen warnt vor der "Shrinkflation". Preiserhöhungen an sich seien nicht das Problem, heißt es in einer Pressemitteilung. "Dagegen lässt sich im Prinzip wenig sagen, wenn der verringerte Inhalt deutlich erkennbar ist. Beispielweise durch eine sichtbar kleinere Packung, auf der die Füllmengenangabe groß geschrieben auf der Schauseite steht", wird darin Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen zitiert. "Aber oft ist das nicht der Fall. Doppelte Böden, kleinere Sichtfenster oder geringfügig dünnere Schokoladentafeln – die Anbieter nutzen viele Tricks, damit die Konsumenten den geschrumpften Inhalt beim Einkauf nicht mitbekommen."

Größe und Aufmachung der Produktverpackung blieben unverändert, sodass die Menschen die indirekte Preissteigerung gar nicht oder erst beim Öffnen wahrnehmen. "Das ist nicht fair", sagt Franz. "Versteckte Preiserhöhungen sind nicht neu, aber in den letzten Monaten haben die Beschwerden dazu deutlich zugenommen."

Versteckte Preiserhöhungen auch im Herbst und Winter

So sieht es auch die Verbraucherzentrale Hamburg. "Die Meldungen der Verbraucher und Verbraucherinnen sind in den letzten zwei Wochen enorm gestiegen: Circa hundert Meldungen allein zu versteckten Preiserhöhungen hatten wir noch nie in den letzten Jahren", sagte Armin Valet, bei Verbraucherzentrale Hamburg für die Abteilung Lebensmittel und Ernährung zuständig, dem "Spiegel".

Das könne schon mit der Inflation und der Krise zusammenhängen, glaubt Valet. Er rechnet jedoch, dass Firmen ein halbes Jahr bräuchten, um versteckte Preiserhöhungen zu planen. "Wir schätzen, dass im Herbst, Winter und Anfang nächsten Jahres weiterhin die Masche mit der Shrinkflation stark angewendet wird."

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