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Erneuerbare Energien: Bei Aktien von Canadian Solar und Vestas jetzt zuschlagen?

Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
erneuerbare Energien
erneuerbare Energien

Als sich herauskristallisierte, dass Joe Biden der neue US-Präsident sein würde, erlebten Aktien rund um die Energiewende einen spektakulären Aufschwung. Egal ob es um Wasserstoff, Elektroautos oder erneuerbare Energien ging. Zuletzt korrigierten allerdings viele Solar- und Windaktien heftig. Für interessierte Anleger ergibt sich eine neue Einstiegsmöglichkeit.

Canadian Solar (WKN: A0LCUY) und Vestas (WKN: 913769) wären zwei passende Kandidaten. Lies hier, was für welche Aktie spricht und worauf Anleger bei diesen Erneuerbare-Energien-Aktien achten sollten.

Sonnenschein und Rückenwind für Erneuerbare-Energien-Aktien

Erneuerbare Energien sind definitiv ein attraktives Anlegerthema, gerade für Investoren mit langem Anlagehorizont. Schon allein wenn man sich die Geschwindigkeit ansieht, mit der die Elektromobilität sich nun durchsetzt, wird klar, wie groß die Nachfrage nach zusätzlichen Stromkapazitäten sein wird.

Volkswagen (WKN: 766403) hat das Ziel ausgerufen, dass Elektroautos bis 2030 in Europa einen Anteil von 70 % haben sollen, in den USA und China jeweils 50 %. Geht der Plan auf, dann wird die Multimarken-Gruppe jährlich über 5 Millionen Elektrofahrzeuge absetzen. Eine solch hohe Anzahl wird gewaltige Strommengen ziehen.

Gleichzeitig werden viele Milliarden in den Aufbau von strombetriebenen Elektrolyse-Kapazitäten investiert, um auch den Schwerlastverkehr, die Industrie, die Wärmeversorgung und die Landwirtschaft zu dekarbonisieren.

Die Stromnachfrage wird folglich geradezu explodieren bis zum Ende der Dekade. Und die Politik in Asien, Europa und Amerika ist sich einig, dass diese Energie ganz überwiegend aus erneuerbaren Quellen stammen sollte.

Was jetzt Wind und Solar interessant macht

An Land waren noch vor wenigen Jahren 3-Megawatt-Turbinen der Standard. Aktuell ist Vestas dabei, eine finnische Windfarm mit 6-MW-Modellen auszustatten. Bei solchen Dimensionen geht es nicht nur um die Maximalleistung, sondern auch um die höhere Auslastung bei schwierigen Windbedingungen, die durch flexiblere Steuerungsmöglichkeiten noch gesteigert wird.

Somit erschließt sich die Branche immer größere Märkte. Und in Verbindung mit Elektrolyse muss nicht einmal ein Anschluss an das Hochspannungsübertragungsnetz in der Nähe sein.

All das gilt auf hoher See noch mehr, wo 15 MW starke Offshore-Turbinen schon in naher Zukunft vermehrt auf schwimmenden Plattformen montiert werden. Rechne damit, dass dort unheimlich viel Dynamik reinkommen wird.

Aber auch die Photovoltaik ist dabei, neue Anwendungsgebiete zu erobern. So sollen zum Beispiel Offshore-Windfarmen als Infrastruktur für großflächige Solaranlagen genutzt werden. Forscher in den Niederlanden haben dazu kürzlich eine optimistische Studie verfasst.

Darüber hinaus wird die Technik jetzt auch dort interessant, wo die Sonne nicht so intensiv scheint und keine üppigen Subventionen fließen. Dafür sorgen neue Modulformate und Technologien mit höherer Effizienz. Canadian Solar ist gerade dabei, die Fertigung seiner neuen leistungsstarken „Bifacial High Power Dual Cell PERC“-Module hochzufahren. Diese weisen mehrere Vorteile für Investoren und Anlagenbetreiber auf.

Angesichts solcher Innovationen spricht alles dafür, dass wir in der laufenden Dekade spektakuläres Wachstum sehen werden, nach einer Verachtzehnfachung der installierten Photovoltaik-Kapazität in der vergangenen Dekade. Fatih Birol von der Internationalen Energieagentur erwartet, dass sich Solar zum „neuen König der weltweiten Energiemärkte“ entwickeln wird.

Wind und Solar werden also voraussichtlich beide ähnlich boomen. Doch wie sieht es bei den zugehörigen Unternehmen aus?

Warum ich aktuell eher Canadian Solar kaufen würde

Vestas-Aktien haben sich um ein Drittel verbilligt seit den Januar-Hochs, sind aber auf 12-Monats-Sicht immer noch mehr als 100 % im Plus. Die Marktkapitalisierung von umgerechnet 31 Mrd. Euro (11.03.) spiegelt die führende Marktposition wider. Die gute Auftragslage sollte den Nettogewinn in den nächsten Jahren über die Marke von 1 Mrd. Euro treiben, aber wirklich günstig wirkt das zunächst nicht.

Ich denke allerdings, dass man berücksichtigen muss, wie sich insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts gewaltige neue Märkte entfalten. Als Marktführer werden die Dänen besonders stark davon profitieren. Von daher könnte es gut sein, dass die Aktie bis 2030 nicht nur ihre Dividende vervielfachen wird, sondern auch beim Gewinn ganz neue Dimensionen erreicht.

Aktien von Canadian Solar sind ebenfalls etwa um ein Drittel eingebrochen, notieren allerdings fast 200 % über den Kursen von vor einem Jahr. Mit gut 2,5 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung ist das Unternehmen dennoch wesentlich handlicher bewertet als Vestas. Aber es ist eben auch kein Marktführer. Vielmehr ist es Teil eines breiten Felds an starken Spielern, die sich gegenseitig die Margen streitig machen.

Canadian Solar ist daher insgesamt etwas risikoreicher. Ich halte den Modulhersteller jedoch für überdurchschnittlich gut im Markt positioniert und sehe es als strategischen Vorteil, dass er auch über System- und Projektentwicklungs-Know-how verfügt. Von daher dürften auch die Sino-Kanadier von der erwarteten Nachfrage-Explosion bei Erneuerbaren Energien massiv profitieren. In Verbindung mit der optisch deutlich günstigeren Bewertung finde ich die Aktie im Moment attraktiver.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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