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Erhöhtes Krebs-Risiko durch gefärbte Haare? Neue Studie gibt Entwarnung

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Die Inhaltsstoffe von Haarfärbemitteln haben keinen guten Ruf. Sie stehen unter anderem im Verdacht, Krebs zu erregen. Eine neu veröffentlichte Studie gibt weitgehend Entwarnung.

The upper half of a woman's face is visible, viewed from her right.  Her hair is full of white cream that is being applied by a brush, which has a handle out of view.  The background is white.
(Bild: Getty Images)

Schwarz, blond oder rot – mehr als zwei Drittel aller Deutschen haben sich schon einmal ihre Haare selbst gefärbt oder färben lassen. Laut Statista greifen sogar 2,09 Millionen Menschen in Deutschland mindestens ein- bis zweimal pro Monat zu Colorationen, um sich einen neuen Look zu gönnen oder graues Haar verschwinden zu lassen.

Warnung vor Chemie-Keulen

Doch immer wieder wird vor den Inhaltsstoffen der Haarfärbemittel gewarnt. Denn in den meisten stecken chemische, hochaggressive Stoffe, die die Gesundheit extrem gefährden können.

Die Stoffe können Ekzeme sowie lebensbedrohliche Allergien auslösen und stehen im Verdacht das Krebsrisiko zu erhöhen. In der Vergangenheit haben Studien immer wieder darauf hingewiesen, dass Personen, die sich regelmäßig die Haare färben, insbesondere ein höheres Risiko für Blasen- sowie Brustkrebs haben könnten.

Größte Studie ihrer Art

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die berufliche Exposition (z.B. FriseurInnen) gegenüber Haarfärbemitteln bereits als wahrscheinliches Karzinogen für den Menschen eingestuft. Ob das auch auf die persönliche Verwendung von Haarfärbemitteln zutrifft, war bisher nicht klassifizierbar.

Dazu liefert die aktuell veröffentlichte „Nurses’ Health Study“ nun Ergebnisse. Sie ist die bisher weltweit größte Studie auf diesem Gebiet. 117.200 Frauen aus den USA wurden dafür 36 Jahre lang beobachtet.

Ein Forschungsteam um Eva Schernhammer, Leiterin der Abteilung für Epidemiologie der MedUni Wien, wertete die spezifischen Daten der amerikanischen Kohortenstudie von Krankenpflegerinnen aus. Die Wissenschaftler geben Entwarnung: Regelmäßiges Haarefärben hat keine nennenswerten Einflüsse auf die meisten Krebsarten – mit einigen wenigen Ausnahmen.

Kaum erhöhtes Risiko bei meisten Krebsarten – mit Ausnahmen

„Die vorliegende prospektive Kohortenstudie bietet eine gewisse Beruhigung gegenüber Bedenken, dass der persönliche Gebrauch von permanenten Haarfärbemitteln mit einem erhöhten Krebsrisiko oder einer erhöhten Mortalität verbunden sein könnte. Trotzdem fanden wir auch einen positiven Zusammenhang für das Risiko einiger Krebsarten“, so Eva Schernhammer.

So sei ein positiver Zusammenhang für das Risiko für Basalzellkarzinome, hormonrezeptor-negativen Brustkrebs (ER-, PR- und ER-/PR-) und Eierstockkrebs festgestellt worden.

Natürliche Haarfarbe könnte entscheidend für Krebs-Risiko sein

Außerdem fand das Forscherteam Hinweise darauf, dass die natürliche Haarfarbe einer Person für das Krebs-Risiko entscheidend sein könnte. Demnach hatten Frauen mit natürlich dunklem Haar ein erhöhtes Risiko für Hodgkin-Lymphome (bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems), bei Frauen mit natürlich hellem Haar wurde ein erhöhtes Risiko für Basalzellkarzinome (weißer Hautkrebs) beobachtet.

Das Forscherteam weist aber auch darauf hin, dass sich die aktuellen Befunde auf US-amerikanische weiße Frauen beschränken und möglicherweise nicht auf andere Populationen zutreffen.

Die detaillierten Ergebnisse der „Nurses’ Health Study“ veröffentlichte das Forscherteam jüngst auch im renommierten British Medical Journal.

Video: Studie - Bienengift gegen Krebs getestet