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Erfolgreich in der Nische: Sonotec beliefert Weltkonzerne mit Ultraschallsensoren

Telgheder, Maike
·Lesedauer: 2 Min.

Physiker Münch hat nach dem Ende der DDR mit einem Kollegen den Sensor-Spezialisten Sonotec gegründet. Heute beliefert er Unternehmen von BASF über Nestlé bis hin zu Unilever.

Hans-Joachim Münch sorgt dafür, dass alles fließt – als Chef der Firma Sonotec, die Ultraschallsensoren für Pipelines, Industrieleitungen, aber auch komplizierte medizintechnische Geräte herstellt. Bei Dialysegeräten oder Herz-Lungen-Maschinen etwa überwachen filigrane Sensoren, ob sich lebensbedrohliche Luftblasen in der speziellen Flüssigkeit bilden.

Vor 30 Jahren gründete der heute 66-Jährige mit seinem Kollegen Santer zur Horst-Meyer die Sonotec Ultraschallsensorik Halle GmbH. Beide hatten zuvor bei der ortsansässigen VEB Ultraschalltechnik gearbeitet, die nach dem Ende der DDR nicht mehr konkurrenzfähig war.

Mit der Produktion von Ultraschallsensoren besetzten die beiden Physiker mit ihrem neuen Unternehmen eine Nische. Mit Erfolg: Auf der Kundenliste tummeln sich mittlerweile viele Namen großer Konzerne – von BASF und Bayer über Dr. Oetker und Nestlé bis hin zu Unilever.

Rund 180 Mitarbeiter arbeiten heute für die Firma, die mittlerweile in Sonotec GmbH umbenannt wurde. 2019 wurde laut Bundesanzeiger in Halle ein Umsatz von knapp 13 Millionen Euro und ein Jahresüberschuss von 1,5 Millionen Euro erzielt.

Im vergangenen Jahr ist das Unternehmen trotz Coronakrise zwischen acht und neun Prozent gewachsen und kommt laut Münch jetzt inklusive der US-Vertriebstochter auf einen Umsatz von 21 Millionen Euro.

Hohe Nachfrage aus Biotech-, Pharma- und Medizintechnikbranche

Besonders die Nachfrage aus der Biotech-, Pharma- und Medizintechnikbranche etwa für die Produktion von Medikamenten und Impfstoffen hat Sonotec geholfen, die Corona-Pandemie wirtschaftlich bisher ganz gut zu überstehen. Sonotec profitiert dabei auch von seinem Fokus auf Innovationen, meint Münch.

„Mehr als 60 Prozent unserer Produkte sind jünger als drei Jahre“, sagt er. Jeder fünfte Mitarbeiter arbeite in der Produktentwicklung.

Die Nachfolge haben die Gründer auch schon geregelt: Seit 2019 sind Münchs Kinder in der Geschäftsführung: Tochter Manuela, 37, ist Betriebswirtin, Sohn Michael, 34, Maschinenbauer. Wie das Unternehmen weiterentwickelt werden soll, haben sie schon geplant: Mehr Automatisierung, der Einstieg in den 3D-Druck und eine weitere Internationalisierung gehören dazu.