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Erfolgreich investieren, reich werden & Co.: 3 Paradoxa, über die du nachdenken solltest

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
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Du willst erfolgreich investieren oder sogar reich werden? Dadurch, dass du vermutlich bereits am Aktienmarkt aktiv bist, bist du vielen anderen bereits einen großen Schritt voraus. Wenn du dann noch einige Dinge wie einen langfristig orientierten Ansatz beziehungsweise den Zinseszinseffekt beachtest, bist du definitiv auf einem spannenden Weg.

Trotzdem gehört zum erfolgreichen Investieren möglicherweise mehr dazu. Werfen wir in diesem Sinne heute einen Foolishen Blick auf drei Paradoxa, über die du vielleicht einmal nachdenken solltest. Sie können ein Lehrmeister sein, was einen erfolgreichen Ansatz ausmacht.

Paradoxon: Über Intelligenz und Durchhaltevermögen

Zunächst wollen wir an dieser Stelle den eigenen Intellekt etwas näher beleuchten. Beziehungsweise eine Eigenschaft, auf die es als erfolgreicher Investor ebenfalls ankommt. Ist der Intellekt ein entscheidendes Kriterium? Nun, sagen wir es so: Ein grundsätzliches, analytisches Denken ist definitiv kein Nachteil. Allerdings musst du kein Nobelpreisträger sein, um langfristig solide Renditen einzufahren und dein Vermögen aufzubauen.

Ein erstes Paradoxon ist nämlich, dass die eigene Intelligenz nicht zwingend über deine Rendite entscheidet. Warren Buffett hat beispielsweise des Öfteren sinngemäß formuliert, dass erfolgreiches Investieren eben nicht ein Spiel ist, bei dem ein Mensch mit einem Intellekt von 130 einen anderen mit 110 schlägt. Viel entscheidender ist ein anderer Erfolgsfaktor: das Durchhaltevermögen.

Als erfolgreicher Investor gilt es, seinem Ansatz treu zu bleiben und auch weiterhin zu investieren, wenn es schwierig wird. Oder die Märkte volatil werden. Es gilt, über Jahre und Jahrzehnte an seinem Ansatz festzuhalten und idealerweise auch regelmäßig zu investieren. Wer das schafft, der wird langfristig vermutlich erfolgreich investieren. Wer als Investor jedoch viel grübelt, vielleicht auch aufgrund seines Intellekts, der trifft womöglich in einigen Fällen weniger smarte Investitionsentscheidungen.

Mehr Aufwand führt nicht zu besseren Ergebnissen

Ein zweites Paradoxon, über das Foolishe Investoren außerdem nachdenken sollten, handelt von dem eigenen Zutun. Wir sind als Menschen oder auch als Erwerbstätige darauf getrimmt, dass viel Einsatz bessere Ergebnisse liefert. Wer viel und hart arbeitet, verdient mehr Geld. Oder wird befördert. Oder was auch immer. Ein Grundprinzip, das auf viele Dinge angewendet werden kann.

Nicht jedoch auf das erfolgreiche Investieren: Hier gilt es, eher mal die Füße stillzuhalten und keinen sonderlich großen Aufwand zu betreiben. Das erfolgreiche Investieren ist eigentlich ein Prozess, bei dem man Aktien auswählt und diese über Jahre und Jahrzehnte hält. Mit Aktionismus hat das wiederum wenig zu tun. Wer im Gegensatz dazu viel handelt, wird nicht vom Zinseszinseffekt profitieren können und durch hohe Handelsgebühren seine Rendite bedeutend schmälern.

Trotzdem gibt es einen Punkt, wo mehr Aufwand zu besseren Ergebnissen führen kann: beim Analyseprozess. Wenn du möglichst sorgfältig und akribisch deine Aktien auswählst, kann das zu höheren Renditen führen. Ab dem Zeitpunkt deines Kaufes ist ein hohes Maß an Aktivität jedoch in der Regel eher schädlich.

Investieren ist einfach, aber nicht leicht

Zu guter Letzt solltest du außerdem über das Paradoxon nachdenken, dass erfolgreiches Investieren zwar einfach ist, aber definitiv nicht leicht. Es gibt viele Zitate, die die Einfachheit vieler erfolgreicher Investoren definieren. Sehr häufig lässt sich das auf einfache Dinge herunterbrechen: Investiere langfristig, regelmäßig, mit einem Mindestmaß an Diversifikation und bleibe diesem Ansatz treu. Dinge, die eigentlich jeder umsetzen kann. Ja, sogar automatisiert mit einem Sparplan auf kostengünstige Indexfonds.

Warum ist erfolgreiches Investieren dann nicht leicht? Ganz einfach: Weil uns der eigene Kopf stets im Wege ist. Wir sind darauf programmiert, viel zu handeln. Oder aber vorsichtig zu werden, wenn Volatilität einsetzt oder ein Crash beginnt. Das führt teilweise zu Kurzschlussreaktionen, die verheerend sein können.

Das Paradoxon ist daher: Erfolgreiches Investieren ist grundsätzlich für einen jeden Investor erreichbar. Allerdings werden es viele nicht schaffen. Glücklicherweise hast du es selbst in der Hand, zu welchem Kreis von Investoren du dazugehören möchtest.

Denke über diese Paradoxa nach

Erfolgreiches Investieren ist geprägt von Paradoxa, über die man als Foolisher Investor nachdenken sollte. Ganz wesentlich für viele ist sogar, dass das erfolgreiche Investieren relativ einfach und passiv ist. Das ist für aktive Menschen jedoch das größte Hindernis und ein prägendes Kernparadoxon.

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