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Erdrutschsieg für SPD, erste schwere Niederlage für Merz-CDU: So hat das Saarland gewählt

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Eine Wahlkampfveranstaltung der SPD im Saarland
Eine Wahlkampfveranstaltung der SPD im Saarland

Das kleinste Bundesland in Deutschland, das Saarland, hat am 27. März einen neuen Landtag gewählt. Laut ersten Hochrechnungen der ARD kommt die SPD mit ihrer Spitzenkandidatin Anke Rehlinger auf 43,1 und die amtierende CDU rund um den Ministerpräsidenten Tobias Hans auf nur 27,6 Prozent. Die SPD ist damit stärkste Kraft und wird aller Voraussicht nach die nächste Regierung im Saarland anführen. Sie könnte sogar eine absolute Mehrheit erreichen. Bei der letzten Landtagswahl 2017 lagen die Genossen noch knapp 14 Prozent darunter. Sie kamen auf 29,6 Prozent, die CDU wiederum rutschte im Vergleich zu 2017 regelrecht ab. Damals erreichte sie noch 40,7 Prozent.

Linke verpasst Einzug in den Landtag, FDP muss zittern

Schlecht sieht es für die Linke aus. Die Partei fällt von 12,8 Prozent im Jahr 2017 auf gerade einmal 2,7 Prozent und verpasst damit mit hoher Wahrscheinlichkeit den Einzug in den Landtag. Die AfD – Alternative für Deutschland – verliert leicht von 6,2 Prozent auf 5,5 Prozent, die Grünen und die FDP können bei den Wählern leicht punkten: Bei den Grünen geht es von vier Prozent auf 5,6 hoch und die FDP könnte den Einzug in den Landtag knapp schaffen. Nach ersten Hochrechnungen liegt sie bei genau fünf Prozent, bei der letzten Wahl kam sie auf 3,3 Prozent und war damit nicht im Landtag vertreten.

Bisher regierte im Saarland die CDU in einer großen Koalition mit der SPD als Juniorpartner. Dieses Verhältnis könnte sich jetzt drehen. Allerdings wäre auch eine SPD-geführte Koalition mit den Grünen möglich oder aber eine alleinige Regierung der SPD.

Die SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger nach Abgabe ihres Stimmzettels
Die SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger nach Abgabe ihres Stimmzettels

Rehlinger, die auch stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende ist, hat "große Sympathien" für eine Wiederauflage der großen Koalition zu erkennen geben – nun aber unter ihrer Führung. Zu anderen möglichen Koalitionen hält sie sich bedeckt, eine Koalition mit der Linken schloss sie aus, wobei diese den Hochrechnungen zufolge sowieso nicht möglich ist.

Hans und Rehlinger lobten den Wahlkampf der Parteien

Noch-Ministerpräsident Tobias Hans von der CDU hob nach seiner Stimmabgabe am Morgen die Rückenstärkung seiner Partei für die Landtagswahl hervor. "Wir haben alles getan, meine Frau hat mich sehr unterstützt, und die CDU Saar hat gekämpft wie eine Eins, das hat mir richtig gutgetan und Kraft gegeben", sagte Hans in seinem Heimatort, dem Neunkirchener Stadtteil Münchwies.

Der CDU-Kandidat Tobias Hans mit seinem Stimmzettel
Der CDU-Kandidat Tobias Hans mit seinem Stimmzettel

Anke Rehlinger, die Spitzenkanidatin der SPD, lobte den Wahlkampf ihrer Partei. "Wir haben einen fantastischen Wahlkampf gemacht, ich glaube, wir haben alles gegeben", sagte sie nach ihrer Stimmabgabe in Wadern-Nunkirchen.

Hans (CDU) trat zum ersten Mal als Kandidat an

Die CDU stellt in Saarbrücken seit fast 23 Jahren die Regierungschefin oder den Regierungschef. Hans ist allerdings zum ersten Mal Spitzenkandidat. Der 44-Jährige hatte den Posten 2018 ohne Wahlkampf übernommen. CDU-Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer wechselte damals in die Bundespolitik. Für die 45-jährige Rehlinger ist es der zweite Versuch, Regierungschefin zu werden. Die SPD stellte an der Saar zuletzt bis 1999 den Ministerpräsidenten.

ls mit dpa

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