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Nach Erdbeben in Afghanistan: Hilfslieferungen treffen langsam ein

Nach dem verheerenden Erdbeben in Afghanistan haben internationale Organisationen Hilfslieferungen in die betroffenen Regionen an der Grenze zu Pakistan gebracht.

In Urgan, der größten Stadt der Provinz Paktika, wurden medizinische Hilfsgüter der Weltgesundheitsorganisation ins örtliche Krankenhaus geliefert. In den vom Beben betroffenen Dörfern lieferte UNICEF Decken, Grundversorgungsgüter und Planen für die Obdachlosen, die als Zelte dienen.

Im Bezirk Spera in der Provinz Chost verteilte UNICEF Wasserreinigungstabletten sowie Seife und andere Hygienematerialien. Hilfsorganisationen befürchten zudem, dass nach der Beschädigung der Wasser- und Hygieneleitungen die Cholera ausbrechen könnte.

Auch aus Pakistan, Usbekistan und Turkmenistan trafen neue Frachtflüge ein. Pakistan hat zudem einige Grenzübergänge geöffnet, damit Verletzte ins örtliche Krankenhäuser eingeliefert werden können.

Die überlasteten Hilfsorganisationen erklärten, die Katastrophe unterstreiche die Notwendigkeit für die internationale Gemeinschaft, den finanziellen Shutdown Afghanistans zu überdenken. Die meisten Länder haben ihre Finanzhilfen seit der Machtübernahme vor zehn Monaten der Taliban eingestellt.

Der Stopp der Entwicklungshilfe in Milliardenhöhe und das Einfrieren lebenswichtiger Reserven haben dazu beigetragen, dass die Wirtschaft zusammengebrochen- und Afghanistan immer tiefer in eine humanitäre Krise gestürzt ist.

Das Beben der Stärke 5,9 traf vor allem die Hochgebirgsregion an der Grenze zu Pakistan. Fast alle der aus Lehm gebauten Häuser wurden durch das Beben vom vergangenen Mittwoch in Schutt und Asche gelegt.

Die zerfurchten Straßen in den Bergen, die ohnehin schon schwer zu befahren sind, wurden durch die Schäden des Bebens und den Regen noch verschlimmert. Das Internationale Rote Kreuz unterhält fünf Gesundheitseinrichtungen in der Region, aber die Schäden an den Straßen machten es für die Menschen in den am stärksten betroffenen Gebieten schwierig, sie zu erreichen, sagte Lucien Christen, IKRK-Sprecher in Afghanistan.

Bei den schwersten Erdstößen der vergangenen 20 Jahre waren mehr als 1.100 Menschen ums Leben gekommen, Tausende sind obdachlos und zum Überleben auf Hilfslieferungen angewiesen.

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