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EPR-Atomreaktor in Flamanville verzögert sich weiter und wird noch teurer

·Lesedauer: 1 Min.
Atomkraftwerk in Flamanville (AFP/Lou BENOIST)

Die Inbetriebnahme des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) im nordfranzösischen Flamanville verzögert sich offiziell weiter. Der Termin für das Befüllen mit Brennelementen sei von Ende 2022 auf das zweite Quartal 2023 verschoben worden, teilte der Energiekonzern EDF am Mittwoch mit. Die Kosten steigen nach Unternehmensangaben von 12,4 auf 12,7 Milliarden Euro.

Bis zur Inbetriebnahme müssten noch mehrere Schweißnähte repariert werden, erklärte EDF. Auch die Erfahrung mit einem der beiden EPR-Reaktoren im chinesischen Taishan solle berücksichtigt werden. Einer von ihnen war im Sommer wegen technischer Probleme vom Netz genommen worden. Es handle sich um ein "Phänomen mechanischer Abnutzung einiger Bauteile", das laut EDF auch schon bei französischen Atomreaktoren aufgetreten sei und das Modell des EPR nicht in Frage stelle.

Der EPR, an dessen Entwicklung anfangs auch Siemens beteiligt war, sollte das Prestigeprojekt der französischen Atomindustrie werden und ursprünglich 2012 ans Netz gehen. Laut dem Rechnungshof sind die Kosten sogar von 3,3 auf mehr als 19 Milliarden Euro gestiegen. Es hat mehrfach technische Probleme gegeben, unter anderem mit Schweißnähten.

Seit Dezember läuft ein EPR-Reaktor in Finnland, dessen Bau sich ebenfalls massiv verzögert und verteuert hatte.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte den Bau zusätzlicher Atomreaktoren angekündigt, ohne sich zum Typ oder zur Zahl zu äußern. Es wird damit gerechnet, dass es sich um sechs verbesserte EPR-Modelle handelt. Frankreich setzt auf Atomkraft, um auf diese Weise die klimaschädlichen CO2-Emissionen niedrig zu halten. Frankreich verfügt derzeit über 56 Reaktoren, die knapp 70 Prozent der Energie produzieren, mehr als in jedem anderen Land.

kol/bfi

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