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Epidemiologe lobt Bund-Länder-Beschlüsse - aber Umsetzung schwierig

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BERLIN (dpa-AFX) - Der Epidemiologe Hajo Zeeb sieht die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde vom Donnerstag insgesamt positiv. Einige seien jedoch schwer umzusetzen, sagte der Forscher vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. "Es ist fraglich, wie die Kontaktbeschränkungen von Ungeimpften durchgesetzt und kontrolliert werden können." Auch beim Impfen sei nun viel zu tun.

"Mit den Beschlüssen werden wir noch etwa drei bis vier Wochen einen Anstieg in den Kliniken und auf den Intensivstationen haben", meinte Zeeb. Auch die Inzidenz werde noch einige Zeit steigen. "Die Welle wird nicht so schnell aufhören." Es sei jedoch nicht abzusehen, wie sich die Menschen verhalten. Viele hielten sich schon an die Maßnahmen, sobald sie bekannt seien. Wann sie tatsächlich umgesetzt werden, war zunächst noch nicht klar.

"Den Beschluss, die 2G-Regel noch weiter zu verbreiten und konsequent zu erhöhen, halte ich für sehr bedeutend", sagte Zeeb. Laut Beschluss soll etwa der Zutritt zu Geschäften, Restaurants, Kinos und Theater generell auf Geimpfte und Genesene beschränkt werden. Zusätzlich können auch noch Tests vorgeschrieben werden (2G plus). Ausgenommen sind Läden des täglichen Bedarfs wie etwa Supermärkte.

Dringend nötig sei es auch, dass wie beschlossen nun auch Apotheker, Pflegekräfte und Zahnärzte impfen dürfen. "Wenn wir weiter eine Million Menschen am Tag impfen, dann haben wir bis 24. Dezember erst rund 20 Millionen", sagte Zeeb. Der derzeitige Anstieg der täglichen Impfzahl sei gut, sie müsse aber weiter steigen.

"Die Zahl der Impfungen muss auf rund 1,5 Millionen pro Tag hochgehen, um 30 Millionen zu erreichen", sagte Zeeb. Der voraussichtlich künftige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte 30 Millionen weitere Corona-Impfungen bis Weihnachten als Ziel für Deutschlands Impfkampagne ausgegeben. "Dazu muss natürlich auch genügend Impfstoff zur Verfügung sein", betonte Zeeb. Dem Bund-Länder-Beschluss zufolge soll jeder, der eine Erstimpfung und "fristgerecht" seine Zweit- oder Booster-Impfung bekommen möchte, diese bis Weihnachten erhalten können.

"Insgesamt finde ich die Beschlüsse gut", sagte Zeeb. "Es gibt föderale Mindestmaßnahmen für alle, und die sehr stark betroffenen Länder können noch mehr tun."

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